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Das Land NRW - Daten & Fakten

Am 14. Mai 2017 wählen die Bürger in NRW einen neuen Landtag. Aber wie ist es um das Land bestellt? Wie steht es um die Finanzen, um den Arbeitsmarkt, um die Sicherheit? Wir haben einige Daten und Fakten dazu zusammengetragen.

Das Land NRW - Daten & Fakten

Wirtschaftswachstum

Eine Konjunkturlokomotive ist Nordrhein-Westfalen schon lange nicht mehr. Der Anteil des bevölkerungsreichsten Bundeslandes an der gesamten Wirtschaftsleistung in Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gesunken – von 22,7 Prozent im Jahr 1995 auf 21,4 Prozent im vergangenen Jahr. Zuletzt lief es für die NRW-Wirtschaft aber etwas besser. Belegte Nordrhein-Westfalen 2015 beim Wirtschaftswachstum im Ranking der 16 Bundesländer mit einem Plus von gerade einmal 0,8 Prozent nur den 15. Rang, so schob sich das Land 2016 mit einem Wachstum von 1,8 Prozent auf den 6. Platz vor. Damit lag NRW nur knapp unter dem bundesweiten Plus von 1,9 Prozent.

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Verschuldung

Im vergangenen Jahr hat das Land Nordrhein-Westfalen keine neuen Schulden gemacht – erstmals wieder seit 1973. Wie es weiter geht, ist noch unklar. Für 2016 hat Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) bislang eine Kreditaufnahme von 1,6 Milliarden Euro geplant. Die Verschuldung des Landes beträgt nach Angaben des Landesrechnungshofes rund 141 Milliarden Euro. Hinzu kommen Schulden, die in öffentliche Einrichtungen oder Unternehmen ausgegliedert sind. Das Statistische Bundesamt rechnet diese Schulden zur Gesamtverschuldung des Landes hinzu. Danach entfallen auf jeden Einwohner in NRW 10.157 Euro Landesschulden (31.12.2016). Nur im Saarland, in Schleswig-Holstein und den Stadtstaaten ist diese Pro-Kopf-Verschuldung höher.

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Steuereinnahmen

Die Landeskasse profitiert von kontinuierlich steigenden Steuereinnahmen. Im vergangenen Jahr flossen dem NRW-Fiskus 53,7 Milliarden Euro zu. Das waren zehn Milliarden Euro mehr als noch 2012. Einen deutlichen Zuwachs gab es dabei bei der Grunderwerbssteuer. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Grundstücken und Immobilien stiegen seit 2012 von 1,2 auf knapp 3,0 Milliarden Euro.

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Entwicklung des Arbeitsmarktes

Um fast 74.000 ist die Zahl der Arbeitslosen in NRW in den vergangenen sechs Jahren gesunken. Im Jahresdurchschnitt gab es 2010 rund 779.000 Arbeitslose, im Durchschnitt des vergangenen Jahres waren es gut 725.000. Die Arbeitslosenquote sank in diesem Zeitraum von 8,7 Prozent auf 7,7 Prozent. Zum Vergleich: In ganz Deutschland betrug 2016 die Arbeitslosenquote 6,1 Prozent, in Westdeutschland 5,6 Prozent.

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Die Arbeitsmarktlage in den NRW-Regionen

Die Arbeitslosigkeit ist in allen Landesteilen zurückgegangen. Nach wie vor gibt es aber große Unterschiede zwischen den Regionen. Die höchste Arbeitslosenquote weist unverändert das Ruhrgebiet mit 10,8 Prozent im Durchschnitt des Jahres 2016 auf. Der Anteil des Reviers an der gesamten Arbeitslosigkeit in NRW stieg seit 2010 von 33,9 Prozent auf 35,2 Prozent. Am besten ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Münsterland, wo 2016 die durchschnittliche Arbeitslosenquote 4,7 Prozent betrug.

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Langzeitarbeitslose und Jugendarbeitslosigkeit

Langzeitarbeitslose haben es in NRW besonders schwer, wieder eine Anstellung zu finden. Fast 313.000 Menschen waren 2016 ein Jahr oder länger arbeitslos gemeldet. Das waren 43,1 Prozent aller Arbeitslosen. Nur Bremen und Brandeburg haben einen leicht höheren Anteil von Langzeitarbeitslosen. In Bayern stellten die Langzeitarbeitslosen dagegen nur ein knappes Viertel aller Arbeitslosen.

Der Abbau der Jugendarbeitslosigkeit kommt in Nordrhein-Westfalen langsamer voran als in Deutschland insgesamt. Im Durchschnitt des Jahres 2016 waren in NRW rund 66.500 Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das waren gut 14 Prozent weniger als 2010. In ganz Deutschland nahm die Jugendarbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum um rund ein Viertel ab.

Das Land NRW - Daten & Fakten

Ausgaben im Schulbereich

Die Ausgaben pro Schüler liegen in Nordrhein-Westfalen unter dem Bundesdurchschnitt. Während deutschlandweit 2014 pro Schüler an allen Schulen 6700 Euro aus öffentlichen Haushalten aufgewendet wurden, waren es in NRW 800 Euro weniger. Nur Schleswig-Holstein hat weniger pro Schüler ausgegeben. Der Abstand zwischen dem Bundesschnitt und NRW ist zwischen 2005 und 2011 von 300 auf 900 Euro je Schüler gewachsen. Seitdem lag er konstant bei 800 Euro. Der NRW-Schuletat ist laut Ministerium seit 2010 von 13,9 Milliarden Euro aus 17,9 Milliarden Euro gestiegen.

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Schulen und die Größe der Klassen

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat Nordrhein-Westfalen die im Durchschnitt größten Schulklassen in Deutschland. In der Primar- und Sekundarstufe I saßen im Schuljahr 2014/15 demnach 23 Schülerinnen und Schüler in einer Klasse, zwei mehr als im Bundesschnitt. Auch im Schuljahr 2010/2011 hatte NRW mit 24 Schülern die im Durchschnitt größten Klassen. Das NRW-Schulministerium weist darauf hin, dass NRW als Bundesland mit großen Ballungsräumen im Durchschnitt größere Schulen und Klassen hat als andere Länder. Die Richtwerte für die Klassengrößen würden aber kontinuierlich gesenkt.

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Ganztagsschulen

In Nordrhein-Westfalen besuchen nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche eine Ganztagsschule. Im Schuljahr 2014/15 waren demnach 44,0 Prozent aller Schüler der Primar- und der Sekundarstufe I auf einer Ganztagsschule. Im Bundesschnitt waren es 37,3 Prozent. Andere Bundesländer hätten ihren Ganztagsausbau allerdings konsequenter vorangetrieben, heißt es in der Studie.

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Inklusion

Beim gemeinsamen Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung ist die Entwicklung in NRW und in ganz Deutschland in etwa parallel. Nach Zahlen der Kultusministerkonferenz wurden im Schuljahr 2015/16 in NRW knapp 47.000 Schüler mit Förderbedarf integrativ unterrichtet. Das waren gut 37 Prozent aller Förderschüler. Im Schuljahr 2009/2010 hatte der Integrationsanteil in NRW knapp 15 Prozent betragen. Im Bundesschnitt stieg er im gleichen Zeitraum von gut 20 Prozent auf fast 38 Prozent.

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Armutsentwicklung in NRW

In Nordrhein-Westfalen steigt die sogenannte Armutsgefährdungsquote seit Jahren kontinuierlich. Von 2010 bis 2015 ist der Anteil der Menschen mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland von 15,4 Prozent auf 17,5 Prozent gestiegen. Innerhalb von NRW reicht die Quote für 2015 von 13,7 Prozent im Hochsauerland bis zu 22 Prozent im Raum Dortmund. In ganz Deutschland nahm die Quote in diesem Zeitraum von 14,5 Prozent auf 15,7 Prozent zu.

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Lage von Kindern

In Nordrhein-Westfalen lebte 2015 mehr als eine halbe Million Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in einer Familie, die Hartz-IV-Leistungen bezog. Das waren nach Berechnungen der Bertelsmann-Stiftung 18,6 Prozent dieser Altersgruppe und der höchste Anteil in allen westdeutschen Flächenländern. Zudem ist der Anteil der Kinder aus Hartz-IV-Familien deutlich stärker gestiegen als im Bundesdurchschnitt. In NRW betrug seit 2011 der Zuwachs 1,6 Prozentpunkte, in ganz Deutschland 0,4 Prozentpunkte. Besonders hoch ist der Anteil armer Kinder im Ruhrgebiet. So lebten in Gelsenkirchen 38,5 Prozent aller unter 18-Jährigen in einer Familie mit Hartz-IV-Bezug.

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Straftaten in NRW

Die Zahl der von der Polizei in Nordrhein-Westfalen erfassten Straftaten liegt seit Jahren relativ konstant bei etwa 1,5 Millionen. Im Jahr 2010 wurden 1,44 Millionen Delikte erfasst, im vergangenen Jahr waren es 1,47 Millionen. In den Jahren dazwischen gab es zumeist jeweils etwas mehr als 1,5 Millionen registrierte Taten. Während die Zahl der Massendelikte wie Diebstahl oder Betrug 2016 sank, gab es mehr Schwerkriminalität.

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Wohnungseinbrüche

Bei den Wohnungseinbrüchen gibt es in der Statistik relativ starke Schwankungen. Im Jahr 2010 wurden knapp 45.000 Fälle gemeldet, in vergangenen Jahr waren es rund 52.500. Besonders hoch war die Zahl der Einbrüche 2015 mit gut 62.000. In dem Jahr hatte die Zahl der Wohnungseinbrüche in ganz Deutschland den höchsten Stand seit der Jahrtausendwende erreicht. Aufgeklärt wird nur etwa jeder siebte Wohnungseinbruch.

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Aufklärungsquote

Etwa jede zweite Straftat wird geklärt. Im Jahr 2010 betrug die Aufklärungsquote 50,0 Prozent, für 2016 wird sie vom Landeskriminalamt mit 50,7 Prozent angegeben. Nach BKA-Zahlen war die Aufklärungsquote 2015, wie auch schon 2010, nur in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen schlechter als in NRW. Deutlich höher war die Quote unter anderem in Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Hier dürfte sich die hohe Zahl der Großstädte in NRW bemerkbar machen. Von den 38 deutschen Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern liegen allein 15 in NRW. Zahlen für 2016 liegen dem BKA noch nicht vor.