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Wahl in NRW
Personen statt Parteien

Gewinner und Verlierer der Stichwahlen in NRW
Gewinner und Verlierer der Stichwahlen in NRW FOTO: dpa, rwe fpt
Meinung | Düsseldorf. Die Wahlen von 177 (Ober-)Bürgermeistern und Landräten an Rhein und Ruhr senden eine unmissverständliche Botschaft an die Parteien: Es gibt keine Botschaft. Von Michael Bröcker

Persönlichkeiten bestimmen den Ausgang, weniger die Parteien. Die klassischen Bindungen nehmen weiter ab. Gewählt wird, wer gefällt.

So regiert im tiefschwarzen Neuss erstmals überhaupt ein Sozialdemokrat. Der bisherige SPD-Vizebürgermeister Reiner Breuer, ein 46-jähriger Jurist, der im Wahlkampf mit Forderungen nach mehr Grün, öffentlichen Trinkbrunnen und Radschnellwegen auf sich aufmerksam machte, schlug den 68-jährigen, jovial-harmlosen CDU-Versicherungsexperten Thomas Nickel.

Video: Chefredakteur Michael Bröcker kommentiert die Kommunalwahl

Nickel wirkte kaum wie ein Aufbruchsignal an eine boomende Stadt. Ein politischer Farbwechsel? Eher nicht, wie das starke Ergebnis des CDU-Landrats bei der Kreiswahl belegt. In Leverkusen, einer Stadt mit historisch ausgeprägter Wechselstimmung, zog der originell auftretende Mode-Einzelhändler Uwe Richrath (SPD) ins Rathaus ein. Ach ja, im katholischen Wallfahrtsort Kevelaer sitzt künftig ein Strafverteidiger mit SPD-Parteibuch im Chefsessel des Rathauses, das bei einer Sanierung unlängst bereits eine rote Farbe bekam.

Dafür mussten die Sozialdemokraten im Ruhrgebiet deutlich Federn lassen. In Oberhausen, fast 60 Jahre lang SPD-dominiert, übernimmt ein CDU-Politiker. In Essen hat der smarte CDU-Landtagsabgeordnete und Armin-Laschet-Vertraute Thomas Kufen eine Chance, auch in der Stichwahl zu gewinnen. Die Bundesstadt Bonn wird nach 20 Jahren wieder von einem Christdemokraten regiert. Ashok Sridharan heißt der Mann. Typisch CDU eben.

Video: Reiner Breuer (SPD) siegt in Neuss

Eine parteipolitische Routinewahl war es also nicht. Faseln die Landesvorsitzenden Hannelore Kraft und Armin Laschet heute von Rückenwind für ihre Parteien, glauben Sie ihnen nicht. Der politische Wind in Städten und Kreisen hat sich mal so, mal so gedreht.

Hier gibt es die Ergebnisse im Überblick. 

Quelle: RP
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