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Düsseldorf
Landesverwaltung kränkelt oft

Düsseldorf. Noch nie waren die Mitarbeiter des Landes so häufig krank wie 2015. Von Richard Meyer zu Eissen und Thomas Reisener

Der Krankenstand in der Landesverwaltung hat einen neuen Höchststand erreicht. Die 144.647 untersuchten Mitarbeitern des Landes meldeten sich im vergangenen Jahr zusammen an 2,73 Millionen Tagen krank. Das geht aus dem noch unveröffentlichten Krankenstandsbericht der Landesregierung hervor, der unserer Redaktion vorliegt.

Bezogen auf die Anzahl der Beschäftigten stieg die Quote der Krankentage auf 7,82 Prozent: Im Schnitt waren die Mitarbeiter also an 7,82 Prozent ihrer Arbeitszeit krank. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 7,46 Prozent und im Jahr 2011 bei 7,35 Prozent. Die höchste Krankentage-Quote weist derzeit der Bereich von Arbeitsminister Rainer Schmeltzer (SPD) mit 11,15 Prozent auf, gefolgt vom Bereich des Bauministers Mike Groschek (SPD) mit 9,76 Prozent. Die niedrigste Krankentage-Quote hat derzeit Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) mit 6,23 Prozent.

Mehr als ein Drittel (1,12 Millionen) Fehltage entfallen auf Langzeitkranke. Davon mit rund 845.000 der größte Teil auf Langzeitkranke, die über 46 Jahre alt sind. Weibliche Beschäftigte sind geringfügig häufiger krank als ihre männlichen Kollegen.

Je besser die Mitarbeiter bezahlt werden, desto seltener werden sie krank: Am höchsten ist die Zahl der Krankentage bei den am schlechtesten bezahlten Mitarbeitern des einfachen Dienstes (7,25 Prozent), gefolgt vom mittleren Dienst (9,47 Prozent) und dem am besten bezahlten höheren Dienst (4,04 Prozent). Der Krankenstandsbericht gibt auch Auskunft über die Altersstruktur in der Landesverwaltung. Der Anteil der Beschäftigten in der Altersgruppe über 55 Jahre ist erneut deutlich um vier Prozent angestiegen und liegt inzwischen über dem Durchschnitt aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in NRW. Ein gravierender Schönheitsfehler des Berichtes ist, dass die Fehlzeiten der Lehrer in NRW noch nicht enthalten sind. Die Landesregierung erklärt dies mit technischen IT-Problemen.

Der Personalexperte der CDU im Landtag, Werner Lohn, hält das für einen vorgeschobenen Grund: "Offensichtlich scheut die Landesregierung vor der Landtagswahl schlechte Statistiken besonders in diesem Bereich." Nach Berechnungen des Fraktionsvizes der FDP im Landtag, Ralf Witzel, entsprechen die Krankentage im Landesdienst einem Vertretungsvolumen von über 12.000 Planstellen.

Quelle: RP
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