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Düsseldorf
Lehrer kritisieren Zustände an Grundschulen

Düsseldorf. Aus Sicht des Pädagogenverbandes Bildung und Erziehung (VBE) ist die Grundschule "das Stiefkind der Landesregierung". Das sagte VBE-Landeschef Udo Beckmann gestern bei der Vorstellung einer Umfrage, an der sich fast die Hälfte der gut 2800 Grundschulen in NRW beteiligt hatten. Nur 43 Prozent davon sind mit ihrer Gesamtsituation zufrieden: Massive Personalengpässe, zu große Klassen und immer neue Anforderungen wie zuletzt durch die Inklusion würden die individuelle Förderung der Kinder gefährden. Beckmann: "Die Landesregierung nutzt das Engagement der Lehrkräfte schamlos aus."

Über ein Drittel der Grundschulen hätten nicht die Lehrkräfte, die ihnen nach dem von der Landesregierung festgelegten Schlüssel zustehen. Hinzu komme ein eklatanter Nachwuchsmangel. Aber selbst, wenn an den NRW-Schulen alles nach Plan verlaufen würde, bekämen Grundschüler in NRW auf vier Jahre gerechnet im Schnitt ein halbes Schuljahr weniger Unterricht als in Bayern. Beckmann fordert 2400 zusätzliche Grundschullehrer. Eine Sprecherin des Schulministeriums wies die Vorwürfe zurück. Anders als vom VBE behauptet, liege die Personalausstattungsquote aktuell sogar knapp über dem rechnerischen Bedarf. Aufgrund diverser rot-grüner Programme seien allein 2015 über 2800 neue Grundschullehrer eingestellt worden.

(tor)
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