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Düsseldorf
LKA enttarnt Rentenbetrüger und "Büdchen-Mafia"

Düsseldorf. Die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen die Organisierte Kriminalität ist in NRW auf den höchsten Stand seit mindestens zehn Jahren gestiegen. In 77 Verfahren bemühten sich Ermittler 2015, mafiaartige kriminelle Strukturen zu zerschlagen. Das waren vier Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Verdächtigen stieg sogar um sieben Prozent von 1710 auf 1830. Das geht aus dem neuen "Lagebild Organisierte Kriminalität" des Landeskriminalamts (LKA) NRW hervor.

Im Ruhrgebiet kamen die Ermittler einer "Büdchen-Mafia" auf die Schliche: Kioske, Trinkhallen und Getränkemärkte sollen schwarz und gegen Bargeld beliefert worden sein, um den Fiskus zu prellen. Zur Verschleierung wurde reger internationaler Warenverkehr vorgetäuscht, mit dem auch noch Umsatzsteuerbetrug durch ein sogenanntes "Umsatzsteuer-Karussell" betrieben worden sei.

Ebenfalls im Ruhrgebiet gingen die Ermittler einem groß angelegten Rentenbetrug nach, in den auch Ärzte und Rechtsanwälte verstrickt sein sollen. Kranken- und Rentenversicherungen, Versorgungsämter und die Agentur für Arbeit sollen durch falsche Diagnosen und Gutachten seit über 15 Jahren geschädigt worden sein. Ziel sei es gewesen, Dritten durch Vortäuschen einer psychischen Erkrankung gegen Provision zu einer Erwerbsminderungsrente zu verhelfen. Die Schadenssumme wird auf zehn Millionen Euro geschätzt.

In den meisten Verfahren (54,4 Prozent) gegen die Organisierte Kriminalität geht es aber um Drogenhandel und -schmuggel in großem Stil, gefolgt von Eigentums-, Wirtschafts- und Gewaltkriminalität. Der Anteil der deutschen Tatverdächtigen im Spektrum der Organisierten Kriminalität lag nahezu unverändert bei 41 Prozent.

(dpa)
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