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Duisburg
Loveparade-Unglück: Gericht verhandelt Zivilklagen

Duisburg. Auch sechs Jahre nach dem Unglück bei der Loveparade in Duisburg mit 21 Toten finden die Betroffenen keine Ruhe. Statt eines Strafprozesses beschäftigen die Justiz Zivilklagen von Opfern, die Schmerzensgeld und Schadensersatz fordern. Gestern wurden drei weitere Zivilverfahren verhandelt. Die vierte Zivilkammer des Duisburger Landgerichts beschäftigte sich mit den Fällen. Nur eine Klägerin war persönlich anwesend.

Andrea M. aus Duisburg schilderte vor Gericht, wie es ihr heute geht. Seit der Katastrophe lebt sie völlig zurückgezogen. Vor allem emotional belastet sie das Ereignis. Sie habe kein "normales Gefühlsempfinden" mehr. M. hatte mitansehen müssen, wie Verletzte wiederbelebt werden mussten. Wegen der posttraumatischen Belastungsstörung fordert die Klägerin 70.000 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz in Höhe von 3000 Euro vom Veranstalter Lopavent. 10.000 Euro hat sie bereits bekommen. Zu einem Vergleich kam es gestern nicht.

Eine 54-jährige Fahrlehrerin aus Duisburg verlangt von der Veranstalterfirma Schmerzensgeld in Höhe von 40.000 Euro und Schadenersatz von 16.000 Euro. Die Fahrlehrerin ist zeitweise berufsunfähig, sie hatte sich mitten im Gedränge befunden. Der Vorsitzende Richter schlug einen Vergleich in Höhe von 10.000 Euro Schmerzensgeld plus zusätzlich 1000 Euro Schadensersatz vor. Die dritte Klage wird voraussichtlich eingestellt, weil die Frau sich bei der Katastrophe nicht auf dem Gelände befunden hat.

(heif)
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