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Düsseldorf/Köln
Mehr Polizeipräsenz für Weihnachtsmärkte

Düsseldorf/Köln. Auf den großen, publikumsstarken Weihnachtsmärkten in NRW wird es nach den Terroranschlägen in Paris erhöhte Polizeipräsenz geben. Das kündigte Innenminister Ralf Jäger (SPD) gestern an. Um welche Märkte es sich im Einzelnen handelt, wollte Jäger aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitteilen. Auch über die konkreten Sicherheitsmaßnahmen herrscht Stillschweigen. Fest steht nur, dass auch verdeckte Ermittler in Zivilkleidung auf den Märkten unterwegs sein werden. "Keiner muss Angst haben, einen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Es gibt keine Hinweise darauf, dass dort ein Anschlag geplant ist", stellte der Innenminister klar. Die Düsseldorfer Polizei will bei den Weihnachtsmärkten, die heute eröffnet werden, mit erhöhter uniformierter Präsenz für ein größeres Sicherheitsgefühl sorgen.

Auch viele Musiker haben nach den Anschlägen ihre Tourneen abgebrochen und Konzerte in Frankreich verschoben oder abgesagt. Veranstaltungen in NRW scheinen allerdings nicht betroffen zu sein, am Wochenende finden wie geplant Konzerte, Comedy- und Artistik-Shows statt - in vermutlich gut gefüllten Hallen. Auf Metalldetektoren beim Einlass wird überall verzichtet, weil kein konkretes Anschlagsrisiko bestehe, heißt es.

"Wir sind ausgebucht", sagt die Veranstalterin über das Konzert der Rockband "Donots" am Samstagabend in der Kölner "Live Music Hall". Zwar habe es "naturgemäß" Nachfragen von Gästen gegeben, die habe sie aber beruhigen können: "Sicherheitstechnisch sind wir sehr gut aufgestellt. Die Security schaut noch zwei, dreimal genauer hin als sonst." Neben der Videoüberwachung beim Einlass kontrollieren die Sicherheitskräfte jeden der 1200 Konzertbesucher durch Abtasten. Auch in der Lanxess Arena wurden bisher keine Shows abgesagt, Gäste können zu jedem der "Cirque du soleil"-Auftritte am Wochenende gehen. "Das Sicherheitspersonal führt bei allen Besuchern Taschenkontrollen durch", sagt Arena-Sprecher Tomasz Grenke. Stichprobenartig untersuche das aufgestockte Sicherheits-Team die Gäste auch durch umfangreichere "Personenkontrollen".

Die Düsseldorfer Mitsubishi-Eletric-Halle vertraut laut Sprecherin Franziska Bravo auf das bestehende Sicherheitskonzept. Welche Maßnahmen dieses umfasst, wolle sie "aus gegebenem Anlass" nicht bekanntgeben. Nach einer Prüfung und Absprache mit Polizei, Feuerwehr und Veranstaltern lägen aber "keine Erkenntnisse vor, die abwehrende Maßnahmen im Veranstaltungsbetrieb erfordern". Absagen von Künstlern habe es bisher nicht gegeben. Ebenso in der "Deutschen Oper am Rhein", die seit jeher auf Sicherheitskontrollen am Einlass verzichtet. "Das Thema interessiert uns in höchstem Maße. Bei akuten Warnungen reagieren wir natürlich", sagt Sprecherin Monika Doll.

(csh/bur/sg)
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