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Analyse
Ministerpräsident Sellering ist SPD-Erfolgsgarant

Schwerin. Wahlanalyse Die SPD reißt nach einem Umfragetief im Frühjahr das Ruder nochmal herum. Aber den Aufstieg der AfD kann sie nicht verhindern.

Die SPD hat ihren Wahlerfolg in Mecklenburg-Vorpommern wohl vor allem dem sehr beliebten Ministerpräsidenten Erwin Sellering zu verdanken. Der 66-Jährige habe sich als "nahezu optimaler Spitzenkandidat" entpuppt, erklärte gestern Abend die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen. Drei Viertel der Wähler hätten ihm eine gute Regierungsarbeit bescheinigt.

Die CDU mit Spitzenmann Lorenz Caffier, die hinter der AfD auf Rang drei zurückfiel, konnte mit ihrem Koalitionspartner SPD nicht mithalten. Caffier erhielt wesentlich schlechtere Werte als Sellering. Die Alternative für Deutschland (AfD) profitierte vor allem von der Diskussion über Flüchtlinge und von der Sorge vor einem sozialen Abstieg.

Das Thema Flüchtlinge und Asyl ist anders als im Bund oder bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt im März diesmal nur zweitwichtigstes Thema - Jobs sind auf Platz eins. Hier bekommt die SPD 25 Prozent Zustimmung, die CDU 18 und die Linke acht. "Die AfD hat hier für 17 Prozent die besten Konzepte, bleibt bei den Parteikompetenzen ansonsten aber wie gewohnt sehr schwach und gilt auch perspektivisch nicht als gewinnbringende Alternative: Könnte die AfD nach der Wahl mitbestimmen, würde sie für nur 14 Prozent bessere, aber für 59 Prozent aller Wahlberechtigten schlechtere Politik machen als die anderen Parteien." Die Forschungsgruppe schreibt weiter: "Für ihre eigenen Wähler ist die AfD vor allem "die einzige Partei, die die wichtigen Probleme beim Namen nennt". 90 Prozent der Anhänger empfinden das so, bei allen Befragten unterstreichen es 33 Prozent.

Gewählt wird die AfD von 17 Prozent der Frauen, aber von 26 Prozent der Männer - bei männlichen Wählern mittleren Alters ist sie sogar stärkste Partei. Bei der Generation 60 plus liege die AfD - wie bisher immer bei Wahlen in Flächenländern - unter dem Schnitt. Die SPD sei hier dagegen mit 38 Prozent weit überproportional stark - und bei unter 45-jährigen Wählern auffällig schwach.

Arbeitslose setzen ihre größten Hoffnungen auf die AfD. Die Rechtspopulisten kommen in dieser Gruppe auf 27 Prozent. Die CDU kommt bei Wählern ohne Job auf lediglich neun Prozent, SPD und Linke erreichen in dieser Gruppe 21 sowie 18 Prozent. Unter den sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern verzeichnen SPD, CDU und Linke starke Verluste - die AfD kommt hier auf 28 Prozent.

(dpa)
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