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Monheim
Moscheepläne: Entscheidung soll vertagt werden

Monheim. Nach einer Bürgeranhörung zum geplanten Bau zweier Moscheen in Monheim soll die Entscheidung des Stadtrats verschoben werden. "CDU, SPD und Grüne haben zwar grundsätzlich Unterstützung signalisiert, aber weiteren Informationsbedarf angemeldet", sagte Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto). "Ich werde dem Rat vorschlagen, dem zu entsprechen. Wir vertun uns nichts damit und haben so die Chance, die Entscheidung auf eine breitere Basis zu stellen." Der Stadtrat könne auch nach den Sommerferien über das Thema entscheiden. Ursprünglich sollte bereits am 6. Juli im Stadtrat abgestimmt werden. Dort hat die kommunale Monheimer Partei Peto mit 65 Prozent der Wählerstimmen die Mehrheit.

Die Stadt am Rhein zwischen Köln und Düsseldorf will zwei islamischen Gemeinden kostenlos Grundstücke für den Bau von zwei Gemeindezentren überlassen. Das Bauland hat einen Wert von rund 850.000 Euro.

Zimmermann zeigte sich mit der Bürgeranhörung zu dem Thema, zu der nach Polizeiangaben am Donnerstagabend 900 Menschen kamen, sehr zufrieden: "Wir haben viele Vorbehalte ausräumen können, mich erreichen viele positive Mails. 80 Prozent haben sich grundsätzlich einverstanden gezeigt, den islamischen Gemeinden einen würdigen Platz zu geben." Es gebe aber Vorbehalte, die Grundstücke kostenlos zu überlassen. Mehrere Redner hatten das Tempo des Entscheidungsprozesses kritisiert. Die Bürgerschaft sei bei dem Thema nicht mitgenommen worden. Zimmermann sagte, die Stadt sei verpflichtet, die freie Religionsausübung zu gewährleisten. Die Überlassung der Grundstücke entspreche einem Fördervolumen von lediglich 15 Prozent der Investitionssumme. Bei einem Haushaltsüberschuss von 65 Millionen Euro sei dies für die Stadt leicht zu verkraften.

(dpa/RP)
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