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Düsseldorf
Naturschützer: Bis zu 80 Wölfe könnten in NRW leben

Fotos: Seit dem Jahr 2000 wieder in Deutschland heimisch
Fotos: Seit dem Jahr 2000 wieder in Deutschland heimisch FOTO: dpa, iwa cul lof
Düsseldorf. Noch zwei bis drei Jahre - dann ist NRW Wolfsland. Das steht für Umweltschützer Josef Tumbrinck fest. "Im benachbarten Niedersachsen haben sich innerhalb von nur drei Jahren fünf Rudel gebildet", stellte der langjährige Naturschützer bei der Vorstellung des Nabu-Jahresberichts in Düsseldorf fest. "Allein im vergangenen Jahr gab es 22 Jungtiere."

Damit steht auch für das NRW-Umweltministerium fest: "Wir sind Wolf-Erwartungsland." Schon zwei Wölfe wurden in diesem Jahr im Land nachgewiesen: Im Januar tappte ein Tier im Siegerland in eine Fotofalle. Ein weiterer Artgenosse wurde im ostwestfälischen Stemwede nachgewiesen.

Im Prinzip biete ganz NRW attraktive Lebensräume für Wölfe, erklärt Tumbrinck. "Er ist kein Waldtier. Er sucht auch die offene Kulturlandschaft." Damit komme auch die Wahner Heide oder der Königsforst vor den Toren der Millionenstadt Köln infrage. "Es sind auch schon Wölfe auf Berliner Stadtgebiet gesichtet worden." Im großen Flächenland NRW wären "mindestens zehn Rudel tragfähig fürs Land", meint Tumbrinck. "Das wären bis zu 80 Tiere."

2014: Wolfswelpen sind in die Fotofalle getappt FOTO: dpa, jol cul

Auf der Speisekarte ganz oben stehen bei Wölfen junge Wildschweine. Auch Schafe und Rehe werden gern gerissen. "Ganz effektiv mit einem Kehlenbiss", erklärt Tumbrinck. "Der Wolf wird das Öko-System verändern." Das sei aber erwünscht, denn seit Jahren fehlten Raubtiere wie Bären, Wölfe oder der Luchs als Regulatoren an der Spitze der Nahrungskette. Das führt zu Überpopulationen bei Tieren ohne natürliche Feinde. "Wir Menschen gehören nicht ins Beute-Spektrum der Wölfe", beruhigt Nabu-Wolfsexperte Thomas Pusch.

Ganz unten in der Nahrungskette macht derzeit ein ganz kleines Tier den Umweltschützern Sorgen: der Feldhamster, der seit Jahrzehnten die Diskussion um Artenschutz contra Industrieprojekte bestimmt. Vor Jahrzehnten noch als Plage gejagt, werde die Art voraussichtlich bis zum übernächsten Jahr aussterben, wenn nicht kräftig gegengesteuert werde.

Autofahrer entdeckt Wolf mitten im Wohngebiet FOTO: dpa, jol tmk jol

Die einzige nennenswerte Hamsterpopulation gebe es noch in der Zülpicher Börde, berichtet Tumbrinck. Nach dem Willen der Stadt solle nun aber der letzte Lebensraum bebaut werden. Der grüne Umweltminister Johannes Remmel müsse sicherstellen, dass es keine Ausnahmegenehmigung gebe.

(dpa)
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