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Neuss
Neusser Schützen schlagen Einladung zu NRW-Fest aus

Neuss. Josef Kremer hatte es bisher nur gerüchteweise gehört, jetzt hat der Vorsitzende des Schaustellerverbandes Neuss-Grevenbroich Gewissheit: Das Fest in Düsseldorf zur 70-Jahr-Feier Nordrhein-Westfalens kollidiert mit dem größten Schützenfest des Landes, das seit 1823 am letzten Augustwochenende in Neuss gefeiert wird. "Sehr unglücklich" sei das, sagt Kremer, der befürchtet, dass nun viele Düsseldorfer nicht den Weg zur Neusser Kirmes finden werden.

"Die Planer hatten den Termin unserer Großveranstaltung einfach nicht im Blick", sagt Thomas Nickel. Das belegt aus Sicht des Neusser Schützenpräsidenten eine Einladung aus der Landeshauptstadt. "Leider mussten wir Neusser Schützen die Einladung, am NRW-Fest mitzuwirken, ausschlagen", sagt der Chef von mehr als 7000 Marschierern. Der dicht gedrängte Terminkalender lasse keinen Abstecher nach Düsseldorf zu. Die Terminfestlegung sei zwar unter Nachbarn "seltsam", so Nickel, werde aber keinen Einfluss auf das Neusser Schützengeschehen haben. Auch befürchtet er nicht, dass der WDR wegen des NRW-Festes auf eine Liveübertragung der Neusser Königsparade verzichten könnte: "Wir haben keinen Hinweis darauf." Die Zusage von WDR-Intendant Tom Buhrow, als Ehrengast dabei zu sein, wertet Nickel als gutes Zeichen. Buhrow werde das NRW-Fest samstags besuchen.

Gelassen sieht Bürgermeister Reiner Breuer (SPD) den Fall. Er hat sich schon entschieden, an den Schützenfesttagen nur in Neuss zu sein. "Mit der Parallelität kann und muss man leben", sagte er. Derweil muss sein Amtskollege, Düsseldorfs OB Thomas Geisel, schon einmal 50 Euro Strafgeld einkalkulieren. So viel verlangt nämlich sein Spieß Carsten Heuer von allen, die einen Umzug verpassen - und Geisel marschiert als Grenadier in seinem Zug "Nüss Globetrotters" mit.

(lue/-nau)
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