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Düsseldorf
NRW-Studie: Fisch stark mit Quecksilber belastet

Düsseldorf. Viele Fische aus heimischen Gewässern, vor allem aus dem Rhein, sind mit Quecksilber belastet. Nach Angaben von NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hat eine Untersuchung ergeben, dass bei 17 unterschiedlichen Fischarten die bundesweit geltende Biota-Qualitätsnorm von 20 Mikrogramm Quecksilber pro Kilogramm Frischgewicht zum Teil deutlich überschritten wurde. Dies gelte insbesondere für fettreichere Fische wie Aal, Barbe, Barsch, Brasse, Döbel und Karpfen. Der an der Messstelle Grietherort (Rees) gefangene Rheinaal enthielt sogar mehr als 800 Mikrogramm; ähnlich belastet war der in Düsseldorf-Flehe untersuchte Döbel. Insgesamt entsprachen nur 14 von 866 Fischen, die von 2003 bis 2013 ins Labor kamen, der Biota-Qualitätsnorm. Von Detlev Hüwel

Die Industrieanlagen in NRW sind laut Remmel mit etwa drei Tonnen Quecksilber pro Jahr zu fast einem Drittel an der gesamten Emission in Deutschland beteiligt; davon stammten allein 1,5 Tonnen aus den nordrhein-westfälischen Braunkohle-Kraftwerken.

Das von Remmel in Auftrag gegebene Gutachten hält für möglich, "den Ausstoß des gefährlichen Quecksilbers zu reduzieren". Mit moderner Ausrüstung der Kohlekraftwerke ließen sich 80 Prozent des Ausstoßes vermeiden. Vor diesem Hintergrund fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) die Landesregierung auf, umgehend die nötigen Konsequenzen zu ziehen. "Remmel muss handeln", sagte BUND-Geschäftsleiter Dirk Jansen unserer Redaktion. Die EU schreibe vor, dass bis 2027 der Quecksilber-Ausstoß auf Null zu senken sei. Entweder würden die Kraftwerke dichtgemacht oder das Land verschärfe die Auflagen zum Betrieb der Anlagen. Dort dürfe nur die beste verfügbare Technik eingesetzt werden. Eine solche Verschärfung sei rechtlich durchaus möglich, betont Jansen. So sieht das auch der Naturschutzbund (Nabu). "Wir fordern schon seit Langem strenge Grenzwerte für Kohlekraftwerke und den Einsatz der längst vorhandenen Technik zur Senkung der Quecksilberemissionen. Dagegen hat sich die Kohlelobby bisher jedoch erfolgreich gewehrt", sagte Nabu-Landesvorsitzender Josef Tumbrinck. Auf mittlere Sicht müsse aber auch der Weg dafür geebnet werden, ganz auf fossile Energieträger zu verzichten.

Quelle: RP
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