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Köln
Opfer fotografierten Täter von Köln

Köln. Sexuell genötigte Frauen aus der Silvesternacht machten Handyfotos. Von Christian Schwerdtfeger

Die Fahndungsfotos zeigen fünf junge Männer mit schwarzen Haaren. Zwei von ihnen grinsen frech in die Kamera, ein weiterer hält eine glühende Zigarette in der Hand (siehe Titelseite). Die Fotos sind unscharf und verschwommen. Die Polizei hofft trotzdem, dass jemand die Männer erkennt und sich meldet. Denn sie werden verdächtigt, in der Kölner Silvesternacht Frauen sexuell genötigt und beleidigt zu haben. "Sie umzingelten ihre Opfer und belästigten diese sexuell", sagte ein Polizeisprecher. "Weiterhin versuchten sie, die Opfer zu bestehlen."

Nach Angaben der Ermittler stammen die Aufnahmen von den Opfern selbst. "Trotz der beängstigenden Situation schafften es mehrere Zeugen und Geschädigte, Fotos von den Beschuldigten zu fertigen", so die Polizei.

Es sind die ersten Fahndungsfotos, die die Polizei im Zusammenhang mit den massenhaften Übergriffen auf Frauen und Diebstählen rund um den Kölner Hauptbahnhof veröffentlicht. Bei den Tätern handelt es sich laut Polizei überwiegend um junge Männer aus Nordafrika. Bei der Kölner Staatsanwalt gingen mehr als 1100 Anzeigen an. Gegen 108 Verdächtige wird bereits ermittelt, 13 sitzen in Untersuchungshaft. Die ersten Täter sind zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Es ging in den Verfahren nicht um sexuelle Übergriffe, sondern um Diebstahl eines Handys und einer Kamera.

Nach wie vor ist die Polizei damit beschäftigt, das umfangreiche Videomaterial aus der Silvesternacht auszuwerten. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss im Düsseldorfer Landtag versucht gerade zu klären, wie es zu diesen massiven Übergriffen kommen konnte.

Die Kölner Polizei rechnete einem Bericht des "Express" zufolge schon zwei Tage vor dem Jahreswechsel mit möglichen Problemen in der Silvesternacht. Demnach hätten die Einsatzkräfte im Vorfeld eine "deutlich sichtbare polizeiliche Präsenz im gesamten Einsatzraum" als erforderlich angesehen. Die Polizei erklärte dazu, dass die massenhaften Vorfälle, zu denen es dann kam, aber in dieser Intensität nicht vorherzusehen gewesen waren.

Quelle: RP
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