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Nordrhein-Westfalen
125 Häftlinge aus offenem Vollzug sind flüchtig

125 Häftlinge aus offenem Vollzug sind in NRW flüchtig
Blick aus einer Zelle einer Wuppertaler Justizvollzugsanstalt. (Symbolfoto). FOTO: dpa, obe;Fdt
Exklusiv | Berlin. In Nordrhein-Westfalen werden 125 Häftlinge aus dem offenen Vollzug vermisst. Das teilte das NRW-Justizministerium auf Anfrage unserer Redaktion mit. Von Tanja Karrasch

Demnach wurden im vergangenen Jahr insgesamt 270 sogenannte Entweichungen aus dem offenen Vollzug gezählt, wie es im Amtsdeutsch heißt. Darunter fallen Gefangene, die nach ihrer Berufstätigkeit außerhalb der Anstalt am Abend verspätet zurückkehrten – oder aber regelwidrig gar nicht zurückkamen. Laut Ministerium kehrten 145 Gefangene 2016 von selbst zurück oder wurden von der Polizei aufgegriffen. Die restlichen 125 befinden sich jedoch weiter auf freiem Fuß.

Die entwichenen Häftlinge gelten zwar nicht als gefährlich für die Allgemeinheit. Sie sind jedoch verurteilte Straftäter, die eigentlich nachts im Gefängnis sitzen müssten. Nach flüchtigen Häftlingen wird grundsätzlich gefahndet. Sollten sie etwa bei einer Ausweiskontrolle aufgegriffen werden, kommen sie zurück in Haft.

Im offenen Vollzug sind Straftäter, die bereits länger im geschlossenen Vollzug verbracht haben und kurz vor der Eingliederung stehen. Oder es sind Häftlinge, die keine Gefahr für die Gesellschaft darstellen, tagsüber einer Arbeit nachgehen dürfen, aber nachts im Gefängnis schlafen müssen. NRW hat mit mehr als 3000 Gefangenen den größten offenen Vollzug Deutschlands.

Bundesweit 16 Fluchten beim geschlossenen Vollzug

In Berlin kehrten im vergangenen Jahr 52 Personen nicht in die Haftanstalten des offenen Vollzugs zurück, elf stellten sich der Polizei, elf wurden von den Beamten wieder festgenommen. 30 verurteilte Straftäter sind weiter flüchtig. In den übrigen 14 Bundesländern gab es 2016 insgesamt 41 Entweichungen aus dem offenen Vollzug.

Beim geschlossenen Vollzug zählten die Behörden 2016 bundesweit 16 Fluchten, fast alle bei Gerichtsterminen, Arztbesuchen, Krankenhausaufenthalten oder bewachten Freigängen. Die meisten Häftlinge konnten schnell wieder eingefangen werden oder stellten sich selbst der Polizei. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen ist aber noch je ein Straftäter aus dem geschlossenen Vollzug flüchtig.

Quelle: RP
 
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