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Rekordzahlen
Zwei Millionen Zuwanderer kamen 2015 nach Deutschland

Zahlen: So viele Ausländer leben in den Städten und Kreisen
Zahlen: So viele Ausländer leben in den Städten und Kreisen
Wiesbaden/Düsseldorf. Die Zahl der Zuwanderer nach Deutschland hat sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt, insgesamt leben zwölf Prozent mehr Ausländer in der Bundesrepublik. In NRW ist der Anstieg etwas schwächer. Hier leben die meisten in Köln, gefolgt von Düsseldorf. Von Ludwig Krause

Es ist der höchste jemals gemessene Nettowert in der Geschichte der Bundesrepublik: Bis zum Jahresende 2015 wurden knapp zwei Millionen zugezogene Ausländer in Deutschland gezählt, 860.000 haben das Land wieder verlassen. Das meldet das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Ergebnisse einer Schnellschätzung der Wanderungsstatistik.

Während sich die Zahl der Zuwanderung mit 49 Prozent fast verdoppelt hat, nahm die Zahl der Fortzüge lediglich um zwölf Prozent zu. Die Nettozuwanderung liegt bei 1,14 Millionen Ausländern – mehr als je zuvor. Die Zahl der insgesamt in Deutschland registrierten Ausländer ist von 8,15 Millionen um knapp zwölf Prozent auf 9,11 Millionen gestiegen.

Im vergangenen Jahr haben sich noch 1,34 Millionen Zuzüge und 766.000 Fortzüge gegenübergestanden, was einer Nettozuwanderung von 577.000 Ausländern entsprach. Bis zum Jahr 2014 war die Zuwanderung nach Deutschland vor allem von Menschen aus EU-Staaten und vorübergehenden Aufenthalten geprägt. "Dies wird nun überlagert durch eine Zuwanderung, die durch Schutzsuchende bestimmt ist", wie es vom Statistischen Bundesamt heißt.

2,27 Millionen Ausländer leben in NRW

In Nordrhein-Westfalen sind die Zahlen etwas geringer: Hier lebten Ende vergangenen Jahres insgesamt 2,27 Millionen Ausländer. Das sind laut Statistischem Landesamt "IT.NRW" 9,5 Prozent (196.018 Menschen) mehr als noch im Jahr 2014.

Da davon ausgegangen werden muss, dass noch nicht alle im vergangenen Jahr zugewanderten Flüchtlinge von den Behörden erfasst worden sind, erwartet "IT.NRW", dass der Anstieg an Ausländern in Wirklichkeit noch höher ausgefallen sein dürfte.

Zahl der Syrer um 169 Prozent gestiegen

Die größte ausländische Nationalitätengruppe in NRW stellen 505.531 Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit dar, gefolgt von Polen (200.213) und Italienern (135.921). Die meisten Ausländer außerhalb Europas in Nordrhein-Westfalen stammen aus Syrien (84.261), dem Irak (41.734) und Marokko (36.710). Allein die Zahhl der Syrer ist um 169 Prozent gestiegen.

62 Prozent der Ausländer (1,4 Millionen) leben seit mindestens acht Jahren in Nordrhein-Westfalen und könnten einen Anspruch auf Einbürgerung geltend machen. 914.934 Personen leben seit mindestens 20 Jahren an Rhein und Ruhr.

Mehr als die Hälfte der Japaner lebt in Düsseldorf

Mit Abstand am meisten Ausländer in NRW leben in Köln, mit insgesamt 214.542 hat nahezu jeder Zehnte seinen Wohnsitz in der Domstadt. In Düsseldorf wohnten Ende 2015 insgesamt 144.126 Menschen mit ausländischem Pass – darunter befinden sich mit 6161 Menschen auch die Hälfte aller in NRW lebenden Japaner.

Im Rhein-Kreis Neuss lebten Ende vergangenen Jahres 57.396 (52.077) Ausländer, in Mönchengladbach 37.297 (33 519).

Die Liste für alle Städte und Kreise stellt das Landesamt für Statistik hier zur Verfügung.

(lukra)
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