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Belgischer Reaktor Tihange 2
Aachens OB will öffentlichen Druck erhöhen

Belgischer Reaktor Tihange 2: Aachens OB will öffentlichen Druck erhöhen
Das belgische Atomkraftwerk Tihange 2 ist stark umstritten. FOTO: AFP, AFP
Aachen. Umweltinitiativen protestieren gegen die Wiederinbetriebnahme des belgischen AtomreaktorsTihange 2 in der Nähe von Aachen. Auch Aachens Bürgermeister hält das Hochfahren für unverantwortlich. Doch der Stadt sind die Hände gebunden. Drei Fragen an Oberbürgemeister Marcel Philipp.  Von Philipp Stempel

Der Reaktor Tihange 2 fährt wieder hoch. Was bedeutet das für Aachen?

Philipp Wir blicken in Aachen mit großer Sorge auf dieses Atomkraftwerk, dessen mangelhafter Zustand deutlich beschrieben wird. Wir halten das Hochfahren für gefährlich und unverantwortlich. In Aachen haben wir auf alle Fälle eine sehr hohe Sensibilität für das Thema entwickelt, es beherrscht durchaus die Gespräche auf der Straße und daheim. Aber eins möchte ich festhalten: Zurzeit blicken so viele Leute in Sachen Tihange auf Aachen und stellen uns die Frage, was das für Aachen bedeutet. Ich würde die Frage gerne erweitern um den Zusatz: Was bedeutet das für Nordrhein-Westfalen oder Belgien oder die Niederlande?

Was unternimmt die Stadt dagegen?

Philipp Wir überprüfen die rechtlichen Möglichkeiten, gegen das Hochfahren vorzugehen, stellen aber fest, dass uns die Hände quasi gebunden sind. Um unsere Bevölkerung zu schützen und zu beruhigen, sorgen wir für einen transparenten Informationsfluss. Wir haben in dieser Woche auch eine Übung des städtischen Krisenstabs absolviert, Thema war dort der atomare Unfall in Tihange. Die Ergebnisse der Übung werden derzeit ausgewertet und in der kommenden Woche kommuniziert.

Wie schätzen Sie die Chancen ein, den Reaktor wieder vom Netz zu nehmen?

Philipp Auch diese Frage wird nicht in Aachen beantwortet. Es geht darum, den politischen und den öffentlichen Druck zu erhöhen, damit das Thema und seine möglichen Auswirkungen wahrgenommen wird.

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