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Zucht in Wohnhaus in Gelsenkirchen
Amtstierarzt befreit 139 verwahrloste Tiere

Zucht in Wohnhaus in Gelsenkirchen: Amtstierarzt befreit 139 verwahrloste Tiere
122 Chinchillas (Symbolbild), wurden in dem Haus in kleinen Käfigen gehalten. FOTO: dpa, Jens Schierenbeck
Gelsenkirchen. Mit Atemmasken mussten die Feuerwehrleute den Keller der Züchterin betreten: In einem Wohnhaus in Gelsenkirchen hielt eine Frau 122 Chinchillas, elf Wellensittiche und sechs Hunde. Es herrschten katastrophale Zustände.

Tierschützer aus Essen vom Katzenschutzbund hatten den Fall aufgedeckt: Sie hatten sich als Interessenten ausgegeben, die ein Chinchilla kaufen wollten. Die Tiere waren von der Züchterin auf einer Internet-Verstiegerung angeboten worden. Als die Tierschützer das Haus betraten, fanden sie jede Menge verwahrloste und kranke Tiere in viel zu kleinen Käfigen sowie ein verdrecktes Haus vor.  

Die Tierschützer informierten die Stadt Gelsenkirchen. Zwei Tage später, am vergangenen Freitag, rückte der Amtstierarzt mit Verstärkung durch die Feuerwehr und drei Polizisten an, wie Oliver Schäfer, Pressesprecher der Stadt, sagt. Die Feuerwehr konnte wegen des starken Ammoniakgeruchs, der durch Kot und Urin der Tiere entstanden war, nur mit Atemschutzmasken in den Keller gehen. "Der Einsatz dauerte von morgens früh bis 16 Uhr", sagt Oliver Schäfer. Erst nach Stunden waren alle Tiere befreit.

Ein Großteil ist im Tierheim Erle in Gelsenkirchen untergebracht. "Jetzt werden sie mit Hilfe anderer Tierschutzverbände aufgeteilt", erklärt Oliver Schäfer. Die vermeintliche Züchterin war bereits vorher in Sachen Tierschutz aufgefallen, "allerdings nicht in so einem gravierenden Fall wie jetzt", sagt der Stadtsprecher. Gegen die Frau und den Hausbesitzer wurde bereits ein Tierhaltebetreuungsverbot ausgesprochen. Das weitere Verfahren läuft. 

Tierquäler-Fälle in NRW FOTO: dpa, Andrea Warnecke

"Solche Fälle haben wir eher selten, einmal im Jahr oder alle zwei Jahre", sagt Schäfer. Zuletzt musste die Stadt 80 Reptilien aus einer Wohnung befreien. Dabei handelte es sich um einen Fall von Animal Hoarding. 

 

 

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