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Krankheit
Anstieg von Windpocken-Fällen in NRW

Diese Impfungen gibt es und dafür sind sie gut
Diese Impfungen gibt es und dafür sind sie gut
Düsseldorf. In den ersten sechs Wochen des Jahres wurden in Nordrhein-Westfalen mehr Windpocken-Infektionen gemeldet als im selben Zeitraum des Vorjahres. In Krefeld stieg die Zahl der registrierten Fälle beispielsweise von zwei auf 15 an.  Von Merle Sievers

In ganz NRW sind 738 Windpocken-Erkrankungen festgestellt worden, 2015 waren es zu Jahresbeginn lediglich 538, also 200 Krankheitsfälle weniger. In Krefeld ist die Zahl der gemeldeten Kranken rechnerisch um 400 Prozent gestiegen, in Unna sogar um 633 Prozent (von 3 auf 200 Fälle). In NRW gelten Windpocken seit 2013 als meldepflichtige Krankheit, das Robert-Koch-Institut in Berlin sammelt die bundesweiten Daten in einer öffentlich einsehbaren Kartei. 

Der Anstieg sei zwar nicht alarmierend, dennoch sollten Betroffene die Krankheit nicht auf die leichte Schulter nehmen, sagte ein Sprecher des Landeszentrums für Gesundheit NRW. Auch für Erwachsene könne die Krankheit bei Nicht-Behandlung gefährlich werden, es drohen Hirnhautentzündung sowie Lungen- oder Leberschäden.  

Viele Flüchtlinge sind nicht geimpft

Eine Ursache für den leichten Anstieg könnte die gestiegene Zahl der Flüchtlinge im Land sein, so ein Sprecher der Krankenkasse DAK in Düsseldorf. Im letzten Jahr sind insgesamt 330.000 Flüchtlinge in NRW neu aufgenommen und untergebracht worden, die meisten von ihnen sind nicht gegen Windpocken geimpft. In den teils überfüllten Unterkünften verbreitet sich das Virus schnel, bereits öfter mussten Asylbewerberheime in Düsseldorf und in anderen NRW-Städten wegen Windpocken unter Quarantäne gestellt werden. Verlässliche Zahlen zur Anzahl der Flüchtlinge in NRW seit 2016 gibt es derzeit nicht. 

Meldepflichtige Krankheiten FOTO: ddp

Gegen den Juckreiz bei Windpocken

Wenn es bereits zu einer Infektion gekommen ist, treten meist ein bis drei Wochen später die ersten Symptome auf. Hohes Fieber und ein starker Hautausschlag mit Bläschen sind in der Regel die Folge. "Am wichtigsten ist, dem Juckreiz des Hautausschlages entgegenzuwirken", sagt Rainer Lange von der DAK. "Die Virenkonzentration ist in den Bläschen extrem hoch. Wenn der Ausschlag aufgekratzt wird, gelangen die Viren in die Luft und können sich so auch über größere Entfernungen verbreiten. Doch auch über Husten und Niesen ist eine Ansteckung möglich."

Vom Infektionsweg der Krankheit stammt übrigens auch ihr Name: Windpocken. 

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