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Prozess in Arnsberg
Mutter von verhungertem Sohn schränkt Geständnis ein

Mordprozess: Frau ließ Baby verhungern
Mordprozess: Frau ließ Baby verhungern FOTO: dpa, sim fdt
Arnsberg. Ein Zweijähriger verhungerte in Arnsberg. Die Mutter des toten Kindes hatte gestanden, zu spät gehandelt zu haben. Nun behauptete die Frau, vor Gericht bewusst gelogen zu haben.

Im Prozess um den Hungertod eines zwei Jahre alten Jungen im Sauerland hat die angeklagte Mutter ihr Geständnis außerhalb des Gerichts eingeschränkt. Die 40-Jährige schrieb an eine Pflegemutter, sie habe vor Gericht gelogen, um ihren Kindern eine Aussage zu ersparen und eine Bewährungsstrafe zu erreichen. Eines oder mehrere ihrer zehn Kinder werden von der Pflegemutter betreut.

Im Prozess hatte sie erklärt, sie habe den ihres Zustand ihres Sohnes gesehen, aber nicht rechtzeitig gehandelt. Die Angeklagte schwieg am Freitag am Landgericht Arnsberg zunächst zu dem Schreiben. Der Junge starb im Alter von zwei Jahren an Unterernährung. Laut Anklage ist die Mutter für seinen Tod verantwortlich. Die 40-Jährige muss sich wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten.

Möglicherweise kommt es an diesem Freitag noch zum Abschluss des Prozesses.

(sef/dpa)
 
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