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"Pegida"-Bewegung
Drei Montagsdemonstrationen in Bonn geplant

"Pegida" in Düsseldorf: 1000 Menschen demonstrierten im Dezember dagegen
"Pegida" in Düsseldorf: 1000 Menschen demonstrierten im Dezember dagegen FOTO: Schaller,Bernd
Bonn. Nachdem die "Pegida"-Bewegung von Dresden am Montag nach Düsseldorf schwappte, planen Islam-Gegner nun die nächste Kundgebung für kommenden Montag in Bonn. Die Polizei rechnet mit rund 300 Teilnehmern.   Von Inga Methling

In Dresden gingen am Montagabend 10.000 Menschen auf die Straße, um gegen die angebliche "Islamisierung des Abendlandes" zu demonstrieren, in Düsseldorf waren es immerhin rund 450. Jetzt schwappt die Demo-Welle nach Bonn. Am 15. Dezember um 18.30 Uhr wollen mehrere Hundert Islam-Gegner unter dem Namen "Bogida" in einem zweistündigen Fackelzug durch die Bonner Innenstadt ziehen. Treffpunkt ist der Kaiserplatz am Hauptbahnhof, wie es auf der Facebookseite zur Veranstaltung heißt. Dienstagnachmittag gab es schon 170 Zusagen. 

"Gestern war Dügida, am Montag ist Bogida. Alle Islamkritiker auf nach Bonn", bewirbt "Pro NRW" die geplante Kundgebung auf Facebook. Wie Polizeisprecher Robert Scholten unserer Redaktion bestätigte, ist die Anmelderin der Demo "von Pro Nrw geprägt". Angelehnt an die Montagsdemonstrationen in Dresden sind für Bonn direkt drei Kundgebungen am 15., 22. und 29. Dezember geplant. "Bogida" steht für "Bonner gegen die Islamisierung des Abendlandes". 

"Pegida"-Anhänger und Gegner demonstrieren in Dresden FOTO: ap

Gegenkundgebungen wurden laut Scholten bisher nicht angemeldet. "Wir rechnen aber damit und beobachten die Diskussionen in den sozialen Netzwerken", sagte der Sprecher weiter. Die Beamten gehen von einem friedlichen Verlauf aus, bereiten sich aber intensiv auf die Demo vor. 

In Düsseldorf beteiligten sich am Montagabend nur 450 statt der erwarteten 1000 Menschen an der islamfeindlichen Kundgebung vor dem Landtag. Zu Gegendemonstrationen kamen nach Polizeiangaben dagegen fast dreimal so viele: etwa 1.000. Dort machte auch Oberbürgermeister Thomas Geisel deutlich: "Düsseldorf steht für Weltoffenheit und Willkommenskultur." In Dresden hatte die islam- und asylkritische Initiative "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida)" am Montag rund 10.000 Menschen mobilisiert.

Fragen und Antworten zu "Pegida"

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) rief die etablierten Parteien zu gemeinsamem Protest gegen "Pegida" auf. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) verurteilte deren Demonstrationen scharf. Die islam- und asylkritische Initiative "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida)" hatte am Montag in Dresden rund 10.000 Menschen mobilisiert.

(met)