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Wachmann angeklagt
Überlebende sagen im Auschwitz-Prozess aus

Auschwitz-Prozess in Detmold: Überlebende sagen aus
Dem früheren SS-Wachmann Reinhold Hanning wird in dem Verfahren Beihilfe zum Mord in 170.000 Fällen vorgeworfen. FOTO: dpa, bt pil
Detmold. Sie sind von weither gekommen, um im Detmolder Auschwitz-Prozess auszusagen. Angeklagt ist ein ehemaliger Wachmann wegen Beihilfe zum Mord. Die nach Nordamerika ausgewanderten Überlebenden sollen das damalige Klima der Angst beschreiben.

Der Detmolder Auschwitz-Prozess gegen einen früheren SS-Wachmann ist am Donnerstag mit der Anhörung weiterer Überlebender fortgesetzt worden. Das Gericht hatte zwei Zeugen aus den USA und einen Zeugen aus Kanada geladen. Sie sollen über die Grauen in dem Vernichtungslager der Nationalsozialisten berichten. Alle drei Zeugen waren zur damaligen Zeit im Jugendalter.

Dem 94 Jahre alten Reinhold Hanning wird in dem Verfahren Beihilfe zum Mord in 170.000 Fällen vorgeworfen. Er hat bislang geschwiegen, will aber voraussichtlich in den kommenden Wochen aussagen.

Gericht und Anklage erhoffen sich von den Schilderungen ein Bild über die Zustände im Lager und dem Verhalten der Wachleute. Die Anklage geht nicht davon aus, das Zeugen den Wachmann erkennen können.

Nach Darstellung des Direktors des Potsdamer Zentrums für Zeithistorische Forschung, Martin Sabrow, kommt den Aussagen der Überlebenden heutzutage eine Schlüsselrolle zu. Gerade seit den 1980er Jahren seien die Berichte von Überlebenden der NS-Zeit die wichtigste Möglichkeit das herrschende Schweigen zu bekämpfen.

(lsa/lnw)
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