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Mehr Alte, zu wenige Pflegekräfte
NRW in der Pflege-Falle

Barmer Pflegereport 2016: NRW in der Pflegefalle
Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig, auch in NRW. (Symbolbild) FOTO: Angelika Warmuth
Düsseldorf. Je nach Wohnort ist das Pflegeangebot sehr verschieden in Deutschland. Das ist eine Erkenntnis aus dem aktuellen Pflegereport der Krankenkasse Barmer. Wir zeigen, wie die Situation in NRW aussieht. Von Milena Reimann

Das Pflegeangebot in Deutschland hängt stark vom Wohnort ab. Das geht aus dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Pflegereport der Barmer GEK hervor. "Die Menschen bekommen offenbar nicht immer die Pflege, die sie brauchen, sondern die, die vor Ort verfügbar ist", sagte der Vorstandsvorsitzende der gesetzlichen Krankenkasse, Christoph Straub. Wir zeigen, wie es um die Pflege in NRW steht:

  1. Vor allem Frauen sind pflegebedürftig

    In allen Bundesländern liegt die Zahl der pflegebedürftigen Frauen weit über der der Männer. In NRW, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, gibt es die meisten Pflegebedürftigen. Davon sind 393 000 Frauen und 216 000 Männer.
     
  2. Immer mehr Menschen in NRW brauchen Pflege

    Die Zahl der Pflegebedürftigen ist seit 1999 bis 2013 in NRW um 24 Prozent gewachsen (Bundesdurchschnitt 30 Prozent).
     
  3. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird noch bis 2060 weiter wachsen

    Es gilt ein grober Trend: In den westdeutschen Bundesländern, also auch in NRW, wird die Zahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2060 weiter wachsen. In den ostdeutschen Bundesländern werden bereits ab 2050 Rückgänge zu verzeichnen sein. Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl bundesweit auf 3,5 Millionen Menschen anwachsen, derzeit sind gut 2,4 Millionen in Pflege.
     
  4. In NRW wird die Hälfte der Pflege von Angehörigen geleistet

    Genauer gesagt zu 49,8 Prozent. Damit liegt NRW im Ländervergleich auf Platz vier. Zu 22,6 Prozent wird hierzulande ambulant gepflegt und zu 27,6 Prozent stationär.
     
  5. Wenige ambulante Pflegekräfte im Einsatz

    In NRW kommen auf 100 Pflegebedürfte im Schnitt 7,1 ambulante Pfleger. Im Osten Deutschlands und in den Stadtstaaten Bremen und Hamburg liegen die Werte teilweise im zweistelligen Bereich. Spitzenreiter Berlin bietet 14,3 ambulante Pfleger pro 100 Pflegebedürftige.
     
  6. Weniger Heimplätze als im Bundesdurchschnitt

    31,2 Heimplätze kommen in NRW auf 100 Pflegebedürftige – der Schnitt liegt deutschlandweit bei 34,4. Spitzenreiter bei den Heimplätzen sind übrigens Schleswig-Holstein (49,1) und Bayern (40,4).
     
  7. Die Versorgungslücke wird auch in NRW größer

    Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig, gleichzeitig gibt es immer weniger Menschen, die arbeiten. Der demographische Wandel wird die Pflegesituation weiter verschärfen. Geht man davon aus, dass der Anteil an Pflegekräften an der Zahl der Erwerbstätigen gleich bleibt, fehlen bis 2030 in NRW 18.000 Fachkräfte für die ambulante und 49.000 für die stationäre Pflege.

Hier finden Sie den kompletten Pflegereport der Barmer.

(mit Agenturmaterial)
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