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Besuch in NRW
Bundespräsident Gauck lobt die Bonner Polizei

Besuch in NRW: Bundespräsident Gauck besucht das Bonner LOch
Bundespräsident Joachim Gauck besuchte mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt die Polizei in Bonn. FOTO: dpa, obe axs
Bonn . Bundespräsident Joachim Gauck stieg am Mittwoch in die Niederungen des "Bonner Lochs" hinab, um sich über die Polizeiarbeit in einer Problemzone zu informieren. Anschließend empfahl er das Bonner Konzept als vorbildlich.

Ungläubige Blicke hat es am Mittwoch in einer schummrigen Unterführung unter dem Bonner Hauptbahnhof gegeben: Plötzlich stand Bundespräsident Joachim Gauck in der als "Bonner Loch" bekannten Passage. Er besuchte dort eine Polizeiwache, die sowohl Passanten schützen als auch gesellschaftlichen Außenseitern helfen soll. "An einen problematischen Ort zu gehen und mit einem guten Gefühl wegzugehen, das ist schon mal etwas Besonderes", sagte er anschließend nach eineinhalbstündigen Gesprächen.

Die Bundesregierung versuche zurzeit, das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung stärker zu berücksichtigen, sagte Gauck. "Da geht Bonn ein Stück voran." Besonders gut gefalle ihm daran, dass hier kein "Konzept der Vertreibung" umgesetzt werde, sondern ein "Konzept des Miteinander". Dabei arbeiteten verschiedene Behörden zusammen. Dies könne vielen anderen Städten in ganz Deutschland als Vorbild dienen.

Treffpunkt für Obdachlose und Drogendealer

Das "Bonner Loch" ist ein stadtbekannter Treffpunkt für Obdachlose und Drogendealer. "Die Wache wird nächstes Jahr 25 Jahre alt", sagte Polizeisprecher Robert Scholten. "Die Grundidee war, dass wir mit der Ordnungsbehörde Streife gehen. Diese Idee ist aber längst erweitert worden." Heute stehe nicht nur der Sicherheitsaspekt im Vordergrund, genauso wichtig seien Hilfe und Zuspruch. Dafür gebe es eine Sozialpartnerschaft mit den Kirchen.

"Im Grunde betreuen wir hier die Szene", sagte der Leitende Polizeidirektor Helmut Pfau. Nach Darstellung der Polizei ist das "Bonner Loch" heute kein besonders unsicherer Ort mehr, es wird von der Bevölkerung aber nach wie vor so wahrgenommen. Das habe unter anderem mit der Tieflage und der Bahnhofssituation zu tun. Für die Wache hat sich die Bezeichnung "Gabi" eingebürgert, eine Abkürzung für "Gemeinsame Anlaufstelle Bonner Innenstadt".

(lai/dpa)
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