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Polizeieinsatz in Bielefeld
Busfahrer vergisst Mutter - Kinder allein auf dem Weg nach Berlin

Bielefeld. Drei Kinder, darunter ein Kleinkind, waren am Dienstag plötzlich allein in einem Reisebus unterwegs nach Berlin: Ihre Mutter wurde zusammen mit weiteren Fahrgästen an einer Haltestelle in Bielefeld-Brackwede vergessen.

Die Mutter rief gegen 7.24 Uhr bei der Polizei an und erzählte aufgelöst, ihre Kinder seien allein im Reisebus in Richtung A2 unterwegs. Die Frau war aus dem Bus ausgestiegen, weil sie Milch für ihr Kleinkind zubereiten wollte. Dann fuhr der Busfahrer los. Auch vier weitere Fahrgäste, die gerade ihre Taschen im Bus verstaut hatten, blieben an der Haltestelle zurück.

Laut Polizei ist unklar, ob der Busfahrer den Fahrgästen nicht gesagt hatte, dass er losfahren wollte oder ob sie nicht auf seine Ankündigung reagiert haben.

Polizei stoppte Bus auf Autohof an der A2

Die Einsatzstelle der Polizei versuchte, telefonisch Kontakt zu dem Busfahrer aufzunehmen. Etwa zeitgleich meldete sich eine Passagierin bei der Polizei und machte auf die drei alleinreisenden Kinder aufmerksam. Eine Autobahnstreife stoppte den Bus schließlich auf einem Autohof bei Porta Westfalica. Die Polizei brachte die Mutter und die anderen vier Fahrgäste dorthin.

Unterdessen kontrollierten Beamte den 39 Jahre alten Busfahrer aus Berlin und den Zustand des Fernbusses. Sie stellten Mängel bei der Ausrüstung fest. Unter anderem waren die Prüf-Fristen der Feuerlöscher überzogen, das Haltbarkeitsdatum des Verbandsmaterial war abgelaufen und es fehlten Unterlegkeile. Der Fahrer und das Busunternehmen wurden wegen Ordnungswidrigkeiten angezeigt.

Gegen 9 Uhr setzte der Bus schließlich seinen Weg nach Berlin fort - mit allen vorgesehenen Reisenden an Bord.

(lsa)