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Niedrigwasser im Rhein in NRW
Binnenschiffer hoffen auf Regen

So sieht der Rhein bei Niedrigwasser aus
So sieht der Rhein bei Niedrigwasser aus FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Seit Wochen gibt es kaum Regen. Der Rhein zieht sich in seinem Flussbett immer weiter zurück, die Trockenheit wirkt sich langsam auch auf die Schifffahrt aus. Die Binnenschiffer schauen auf die Wettervorhersagen, aber größere Sorgen machen sie sich noch nicht.

Das anhaltende Niedrigwasser treibt den Binnenschiffern zwar noch nicht die Sorgenfalten auf die Stirn - ohne Regen erwarten Experten aber im Laufe der Woche deutliche Folgen für den Transport am Oberrhein und auf der Donau. "Es gibt jetzt schon Einschränkungen", sagt Jens Schwanen, Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) in Duisburg. "Zurzeit ist die Befahrbarkeit aber noch überall gegeben. Es bleibt deshalb auch keine Tonne Fracht wegen des Niedrigwassers liegen." Erst wenn die Pegel noch deutlich weiter sinken sollten, könnten große Schiffe womöglich nicht mehr fahren.

Bereits an diesem Wochenende könnte der Pegel zum Beispiel an der Messstelle Ruhrort unter die Zwei-Meter-Marke fallen. Der normale Wert liegt dort bei etwa 4,33 Metern.

Hoffnung auf Besserung ist nicht in Sicht: "Für den Samstag erwarten wir nur einen Millimeter Regen pro Quadratmeter, allerdings verteilt auf den ganzen Tag", sagte die Meteorologin vom Dienst des Deutschen Wetterdienstes, Cornelia Urban, in Essen. Erst im Laufe der kommenden Woche werde das Wetter schlechter und entsprechend auch feuchter.

"Die Situation ist für die Binnenschiffer aber nicht per se schlecht", sagt Geschäftsführer Schwanen. "Wir haben gut zu tun." Zum einen würden zusätzliche Transportschiffe gechartert, um die Fracht wie Baustoffe, Steine, Kohle, Erz und Container zum Kunden zu bringen. Zum anderen erhalte ein Binnenschiffer in vielen Fällen von den Kunden einen vertraglich vereinbarten Kleinwasserzuschlag als finanziellen Ausgleich, wenn Schiffe wegen Niedrigwassers nicht voll beladen werden können.

Pegelmessungen sind nicht gleichzusetzen mit dem Wasserstand im Fluss. In Duisburg liegt die garantierte Fahrwassertiefe für die Schifffahrt derzeit bei etwa 2,30 Metern, die Fahrrinne ist 150 Meter breit. Die Binnenschiffer passen die Beladung an den Wasserstand an: Pro Schiff wird weniger transportiert, die Fracht auf mehrere Schiffe verteilt.

 

(top/lnw)
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