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Kontrollen 2016 in NRW
Aufkleber "Vorsicht Blitzmarathon" war nutzlos

Fragen und Antworten zum Blitzmarathon 2016
Fragen und Antworten zum Blitzmarathon 2016
Düsseldorf. Großeinsatz für die Polizei in NRW: 2200 Beamte messen zwischen 6 und 22 Uhr die Geschwindigkeit der Autofahrer in zahlreichen Städten und Kommunen. Vor allem Unfallschwerpunkte sind im Visier. Es gab auch bereits kuriose Vorfälle. 

Zum neunten Mal gibt es an diesem Tag den Blitzmarathon in vielen Bundesländern, der 2012 in Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen wurde.  Allein in NRW sollen in 85 Kommunen insgesamt rund 2200 Beamte im Einsatz sein. Diesmal möchte die Polizei vor allem auf die Unfallopfer und das Schicksal ihrer Familien aufmerksam machen. Im vergangenen Jahr sind auf den Straßen in NRW 524 Menschen gestorben, 13.100 wurden schwer und rund 63.000 leicht verletzt. 

Aufkleber auf Tacho nützte nicht

Allzu viel zu tun haben die Beamten bislang nicht: Die meisten Autofahrer wissen wohl von den verschärften Kontrollen und halten sich an die Tempolimits. "Man muss heute immer und überall mit uns rechnen", sagte ein Sprecher der Polizei Düsseldorf. Und es gibt die ersten kuriosen Meldungen vom NRW-Blitzmarathon:

In Neuss hat die Polizei auf dem Willy-Brand-Ring, Ecke Hammer Landstraße einen älteren Autofahrer geblitzt, der mit Tempo 62 statt erlaubt 50 unterwegs war. Bei der Kontrolle sahen die Beamten dann, dass der Mann sich sogar einen Aufkleber auf den Tacho geklebt hatte: "Vorsicht Blitzmarathon" stand drauf. Das hat nicht viel genützt. Hier geht es zur Bilanz der Polizei im Rhein-Kreis Neuss.

In Düsseldorf ist die Polizei im Stadtgebiet und auf den Autobahnen mit den Laserpistolen unterwegs. Hier geht es zur Karte mit allen Messstellen in Düsseldorf.  "Spitzenreiter" - Stand 14 Uhr  - war laut Polizei ein 24-Jähriger in einem Sport Coupé: Er fuhr mit 189 km/h statt Tempo 100 auf der BAB 535 bei Wuppertal. Ihn erwarten 600 Euro Geldbuße und drei Monate Fahrverbot. Hier geht es zur Zwischenbilanz der Polizei in Düsseldorf. 

Ein Lkw-Fahrer konnte in Mönchengladbach durch das Lasergerät messerscharf beim Telefonieren beobachtet werden. Er erklärte, sein Chef habe ihn über den Blitzmarathon informieren wollen. Hier geht es zur Zwischenbilanz der Polizei in Mönchengladbach. 

In Viersen müssen zwei Autofahrer wegen einer Geschwindigkeitsübertretung von mehr als 30 Stundenkilometern innerhalb geschlossener Ortschaften mit einem Fahrverbot von einem Monat, zwei Punkten und 160 Euro Bußgeld rechnen. Hier geht es zur Zwischenbilanz der Polizei im Kreis Viersen. 

In der Zeit von 6 Uhr bis 12 Uhr sind in Köln bislang 6855 Fahrzeuge kontrolliert, berichtet die Polizei. Dabei wurden 870 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Der bisher schnellste Autofahrer ist mit 121 km/h an einer Stelle geblitzt worden, wo nur 60 km/h erlaubt sind.

In Leverkusen hat die Polizei bis zum Mittag nur 33 Fahrzeuge geblitzt, die zu schnell unterwegs waren. Der schnellste Fahrer überschritt die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 26 km/h. Hier geht es zur Zwischenbilanz der Polizei Köln/Leverkusen.

Zwei Linienbusse sind in Hagen in einer 30er-Zone mit neun und zehn Stunden Stundenkilometern zu schnell unterwegs gewesen, berichtet die Polizei. Eine peinliche Belehrung vor Ort blieb den Fahrern erspart. "Der Halter wird angeschrieben, weil Fotos vorliegen", sagte ein Polizeisprecher. Die Fahrer dürften allerdings wissen, dass Ungemach droht. Beim Fotografieren sei auch ein Blitz ausgelöst worden. Das Knöllchen kann übrigens teuer werden: Für Linienbusse gelten nach Angaben der Polizei höhere Tarife, weil die Fahrgäste nicht angeschnallt sind und geschützt werden müssen.

In Grevenbroich wurde auf der Landstraße 116 ein Temposünder mit 103 Stundenkilometern auf dem Tacho geblitzt, wo eigentlich nur 70 erlaubt gewesen wären. 

Im Bergischen Städtedreieck Wuppertal, Solingen, Remscheid halten sich die Autofahrer weitestgehend an die Tempolimits. Etwa in Remscheid gab es bei 700 Messungen bis zum Mittag nur sieben Fahrer, die mit einem Verwarngeld rechnen müssen. Hier geht es zur Zwischenbilanz aus dem Bergischen.

Im Kreis Wesel ist die Polizei an 37 Messstellen aktiv. Einige dieser Messstellen waren Schauplatz tragischer Unfälle. In Moers etwa haben sich der Beamte in  Kapellen genau an der Stelle postiert, an dem ein weißes Fahrrad und ein Teddybär immer noch an den Tod eines 15-jährigen Mädchens erinnert, das beim Fahrradfahren von seinem Hund in den Verkehr gezogen und zweimal überrollt wurde.  

In Duisburg notierte die Polizei bis 14 Uhr 90 Geschwindigkeitsverstöße bei 2471 Messungen. Deutlich schnell sei aber kein Autofahrer gewesen. 

In Krefeld hatte die Polizei bis 14.30 Uhr 7246 Fahrzeuge gemessen und zwei Fahrverbote ausgesprochen. Hier geht es zur Bilanz aus Krefeld.

Beim Blitzmarathon vorsichtig

Am Tag des Blitzmarathons halten sich selbst potenziellen Raser ans Limit: Die Autofahrer sind am Donnerstag laut Polizei deutlich langsamer unterwegs. "Die Lage ist wie jedes Jahr sehr ruhig. Die meisten Leute wissen vom Blitzmarathon und wenige fahren zu schnell", sagt Manfred Schröder, Leiter der Verkehrsinspektion der Polizei Essen. 

Dieser Trend hat sich bereits in den Vorjahren angedeutet: Von den kontrollierten Fahrzeugen waren beim Blitzmarathon 2015 rund drei Prozent zu schnell. "An anderen Tagen liegt die Quote eher bei fünf bis sechs Prozent", sagte Schröder.

Was kann ich tun, wenn ich geblitzt wurde?

Auch wenn Behörden und Medien den Blitz-Marathon mehr als deutlich angekündigt haben, erwischt es doch immer wieder unaufmerksame Autofahrer. Ausreden, Geldbußen, unzulässige Tempolimits - alles, was man wissen muss, haben wir hier zusammengestellt.

Hier finden Sie die Messstellen in den einzelnen Städten der Region (in alphabetischer Reihenfolge): 

Düsseldorf

Duisburg

Köln

Krefeld

Kreis Heinsberg

Kreis Kleve

Kreis Mettmann

Kreis Viersen

Kreis Wesel

Leverkusen

Mönchengladbach

Rheinisch-Bergischer Kreis

Rhein-Kreis Neuss

Solingen, Remscheid, Wuppertal

Oberbergischer Kreis

Autobahnen

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