| 09.28 Uhr

Gesuchte Täter gibt es gar nicht
Jugendliche täuschen Raubüberfall vor

Bochum. In Bochum haben zwei 13 und 14 Jahre alte Mädchen einen Raubüberfall vorgetäuscht. Am Samstag hatten sie bei der Polizei angegeben, von vier Männern überfallen und sexuell belästigt worden zu sein. Nun ergaben die Ermittlungen: Die Geschichte ist frei erfunden.

Die beiden Jugendlichen hatten angegeben, am Samstagabend auf dem Bochumer Südring sexuell belästigt und beraubt worden zu sein. Die Polizei rief daraufhin Zeugen auf, sich zu melden. 

Nach Aussagen der Schülerinnen befanden sie sich auf dem Weg zum Bochumer Hauptbahnhof, als sie von vier Unbekannten von hinten festgehalten und bedrängt wurden. Dabei seien sie unsittlich berührt und bestohlen worden, gaben sie bei der Polizei an. Die beiden Mädchen schilderten den Überfall anschaulich und erklärten, dass die vier ausländisch aussehenden Männer flohen, nachdem Passanten in das Geschehen eingegriffen hätten. Außerdem gaben die Mädchen an, ihnen sei Bargeld und zwei Handys gestohlen worden.

Die Polizei leitete eine sofortige Fahndung ein, die aber erfolglos blieb - wie sich jetzt zeigt deshalb, weil die vier Verdächtigen von den Mädchen frei erfunden worden waren. Auch die abgegebene Täterbeschreibung entstammte offenbar nur der Fantasie der Jugendlichen. Die Polizei hatte die Beschreibung veröffentlicht und Zeugen gebeten, sich zu melden.

Im Laufe der Ermittlungen stellten die Beamten dann aber einige Ungereimtheiten fest. Mittlerweile haben die Mädchen eingeräumt, die ganze Geschichte "frei erfunden" zu haben. Es gab keine zu Unrecht verdächtigte Tätergruppe, keine hilfsbereiten Passanten, keine Belästigungen und keinen Handy-Raub. Der Grund für die Lüge: Eines der Mädchen hatte ihr Handy verloren und hatte Angst vor den Konsequenzen. Deshalb dachten sich die beiden die Geschichte mit dem Raubüberfall aus. 

(lsa)
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