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Bonn
15-jähriger Intensivtäter muss drei Jahre ins Gefängnis

Bonn. Nach einer Serie von Vandalismus, Brandstiftungen und Diebstählen in Königswinter hat eine Jugendstrafkammer des Bonner Landgerichts einen 15-Jährigen zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt. Insgesamt hatte der 15-Jährige sich wegen 85 Straftaten zu verantworten, die er fast alle gestanden hatte.

Der viertägige Prozess gegen den jungen Angeklagten, der bereits als Kind zahlreiche Straftaten begangen haben soll, hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden.

Dazu gehört auch der Vandalismus in den Räumen der Königswinterer Tafel, die die Richter im Urteil als "unfassbar asozial" bezeichneten. Die Zerstörungswut des Angeklagten hatte nicht nur die Lebensmittel, sondern auch die Räume der Arbeiterwohlfahrt für sieben Monate unbrauchbar gemacht. Beim Verlassen hatten die Täter Wasserhähne geöffnet und zugleich Abflüsse verstopft, so dass der Keller des Hauses zentimetertief unter Wasser stand. Der Schaden: 20 000 Euro.

"Ein solches Ausmaß an Straftaten haben wir in einem solch jugendlichen Alter noch nie erlebt", stellte das Gericht fest. Eine Bewährungsstrafe sei nicht infrage gekommen, da der Angeklagte sich auch im Prozess uneinsichtig gezeigt habe. Er habe nur eine Chance, wenn er aus seiner Familie herauskomme. Strenge Regeln und ein Schulabschluss seien nur in der Haft gewährleistet.

 

(lsa/lnw)