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Aloisiuskolleg
Offenbar neuer Fall von Missbrauch an Bonner Jesuitenschule

Bonn. Am Aloisiuskolleg in Bonn hat es offenbar einen sexuellen Übergriff durch einen Mitarbeiter gegeben. An der Jesuitenschule hatte es in der Vergangenheit mehrere solcher Fälle gegeben.

Der bisherige Leiter der Jesuitenschule, Pater Johannes Siebner, bestätigte am Samstag auf Anfrage einen Bericht des Bonner "General-Anzeigers". Der Zeitung sagte Siebner, man habe sich mit dem Mitarbeiter darauf verständigt, dass dieser das Gymnasium im Stadtteil Bad Godesberg zum Schuljahresende verlassen und bis dahin nicht an das Aloisiuskolleg zurückkehren werde.

Laut Bericht handelt es sich bei dem Beschuldigten um einen Lehrer, der Mitte April gegenüber einer Schülerin übergriffig geworden sein soll. Ein Sprecher der Bezirksregierung sagte dem "General-Anzeiger", das Gymnasium habe den Fall der Schulaufsicht gemeldet. "Nach unserer Kenntnis hat das Kolleg dienstrechtliche Konsequenzen gezogen und Strafanzeige gegen den Mitarbeiter erstattet."

Zusammenhang mit Missbrauchsskandal in katholischer Kirche

Das Aloisiuskolleg ist eine von bundesweit drei Jesuitenschulen. Die 2010 am Berliner Canisius-Kolleg vom damaligen Rektor, Pater Klaus Mertes, öffentlich gemachten Fälle von Missbrauch machten den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in Deutschland bekannt. Auch am Aloisiuskolleg hatte es in der Vergangenheit mehrere solcher Fälle gegeben.

Anfang 2016 legte die Schule gemeinsam mit Mitgliedern der Opfergruppe "Eckiger Tisch Bonn" sowie der Bonner Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt eine Erklärung vor. Darin betonten die Unterzeichner, die Missbrauchsfälle als "Teil der Kollegsgeschichte" dürften nicht in Vergessenheit geraten. "Es gibt kein 'Abhaken' der Geschichte." Zeitzeugen wurden ermutigt, weiter zur Aufarbeitung beizutragen. Ähnlich äußerte sich Siebner unlängst in einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Den jetzt bekannt gewordenen Fall kommentierte der "Eckige Tisch" laut "General-Anzeiger" mit den Worten: "Wir sind schockiert und fragen uns, wie gerade hier mutmaßlich weitere Menschen geschädigt werden konnten."

(lsa/KNA)
 
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