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Kreis Steinfurt
Brüder bestreiten Brandstiftung im eigenen Laden

Brandstiftung in türkischem Geschäft: Brüder bestreiten Versicherungsbetrug
Feuerwehrleute am Einsatzort. FOTO: Nord-West-Media TV /dpa
Westerkappeln . Sie wollten ihren Laden offenbar abfackeln, um an Versicherungsgeld zu gelangen. Dazu gaben laut Staatsanwaltschaft zwei Brüder im Münsterland Kriminellen den Auftrag, einen Brand zu legen - und gefährdeten acht Hausbewohner.

Nach einem offenbar absichtlich herbeigeführten Brand in einem orientalischen Lebensmittelgeschäft in Westerkappeln (Kreis Steinfurt) haben die beiden Drahtzieher die Vorwürfe bestritten. Das Brüderpaar steht Behörden zufolge unter dringendem Verdacht, zwei Brandstifter beauftragt zu haben, das Feuer in dem Laden gezielt zu legen, um Versicherungsleistungen zu ergaunern. Vorige Woche hatte die Polizei nach umfangreicher Ermittlungsarbeit insgesamt sieben Männer festgenommen.

Zwei 22 Jahre alte Mittäter sollen demnach in der Nacht zum 7. Februar 2018 im Auftrag des Ladenbesitzers und seines Bruders Benzin in den Geschäftsräumen verschüttet und angezündet haben. Dadurch kam es zu einer Verpuffung. Nach der Tat setzten sich die zwei mutmaßlichen Brandstifter nach Belgien ab, wo die Polizei sie aufspürte und festnahm, sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Sonntag. Sie sollen ausgeliefert werden. Drei weitere Komplizen kamen ebenfalls in Haft. Zwei von ihnen hätten eingeräumt, als Fahrer an der Tat beteiligt gewesen zu sein, aber nichts von der Brandlegung gewusst zu haben, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten besonders schwere Brandstiftung und versuchten Betrug beziehungsweise Beihilfe und Anstiftung dazu vor. Gegen die Männer wird zudem wegen versuchten Mordes ermittelt, da die Etagen über dem Lebensmittelgeschäft bewohnt waren. Acht Menschen in dem Haus konnten sich in der Brandnacht noch rechtzeitig in Sicherheit bringen.

(lnw)