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Überfälle auch im Rheinland
"Brillen-Bande" muss für mehrere Jahre in Haft

"Brillen-Bande" muss mehrere Jahre in Haft - Überfälle im Rheinland
Mit dem Bild fahndete die Kreispolizei im Januar 2015 nach dem Bankräuber von Schaag. FOTO: Polizei Kreis Viersen
Düsseldorf . Die bundesweit aktive "Brillen-Bande" ist für eine Serie von Banküberfällen zu Haftstrafen zwischen fünf und elfeinhalb Jahren verurteilt worden. Das Düsseldorfer Landgericht sprach das Trio am Mittwoch wegen schwerer räuberischer Erpressung schuldig. Die nach ihrer Verkleidung mit Perücken und Brillen benannte Bande soll 18 Überfälle in vier Bundesländern begangen haben.

Die Räuber hatten bevorzugt kleine Bankfilialen in Autobahnnähe heimgesucht. Verurteilt wurden die Männer wegen zehn Überfällen, acht weitere Taten wurden aus prozessökonomischen Gründen eingestellt.

Bei einem der letzten Coups in Mönchengladbach konnte die Sonderkommission "Brille" den Fluchtweg der Gangster nachvollziehen. An der Route arbeitete ein Handwerker. Ermittler befragten ihn - zunächst vergeblich - denn er hatte nichts Verdächtiges bemerkt. Doch dann fand er auf der Ladefläche seines Lastwagens eine Mütze mit der Aufschrift "S.W.A.T.", wie sie bei den Überfällen zur Tarnung verwendet wurde - und an ihr klebte die entscheidende DNA-Spur.

Elfeinhalb Jahre für Bankräuber

Als Drahtzieher gilt ein 43-jähriger Mönchengladbacher (stehend). Seine beiden Mitangeklagten sollen die Überfälle im Wechsel ausgeführt haben. Zwischen ihnen sitzen die Dolmetscherinnen. FOTO: Wulf Kannegiesser

Sie führte die Ermittler zu einem vorbestraften Bankräuber. Der 44-Jährige aus Mönchengladbach hat bereits wegen einer älteren Überfallserie viele Jahre im Gefängnis verbracht. Er bekam mit elfeinhalb Jahren die höchste Strafe. Dem Antrag, ihn anschließend in Sicherungsverwahrung zu stecken, folgte das Gericht nicht.

Immerhin sei er auf Spielzeugwaffen umgestiegen. Die Täter seien zudem sehr unauffällig vorgegangen, so dass viele Bankkunden von den Überfällen gar nichts mitbekamen. Zunächst hatten die Ermittler hinter "Deutschlands fleißigstem Bankräuber" einen Einzeltäter vermutet. Die Mittäter sind inzwischen 34 und 40 Jahre alt.

In einer Wohnung der Verdächtigen fand die Polizei Schreckschusswaffen und Bargeld mit markierten Scheinen aus einem Überfall bei Gütersloh. Insgesamt soll die Bande mehr als 100 000 Euro erbeutet haben. Sie soll Banken und Sparkassen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und im Saarland heimgesucht haben. In NRW wurden Filialen in Viersen, Nettetal, Willich, Twist, Unna, Mayen, Neuss, Höxter, Krefeld, Mönchengladbach, Wuppertal oder Hückelhoven überfallen. 

So leise und unauffällig gingen die Männer bei den Taten vor, dass Kunden und andere Bankangestellte die Raubzüge oft nicht mal bemerkten. Meist erfuhren die überfallenen Kassierer nur durch einen Zettel des Täters, dass dies ein Raubüberfall sei und sie mit Waffengewalt rechnen müssten.

 

(dpa/siev)
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