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Anzeige der Bundeskunsthalle gelöscht
Facebooks Brüste-Verbot erreicht jetzt die Kunst

Bonn. Zweimal Brüste auf einem Bild - das geht Facebook zu weit, auch wenn es sich nur um Kunstwerke handelt: Das soziale Netzwerk sperrte kurzerhand eine Anzeige der Bonner Bundeskunsthalle. Sprecher Sven Bergmann nimmt es mit Humor.  Von Inga Methling

"Nackt im Museum - Das geht gar nicht." Mit diesen Worten leitete die Bundeskunsthalle am Freitagvormittag einen Facebook-Post ein und beschwerte sich humorvoll über die Facebook-Zensur. "Gedankt sei Facebook für diesen Hinweis – wir wären von alleine gar nicht darauf gekommen, dass wir die moralischen Gefühle unserer Besucher mit Meisterwerken aus dem 19. Jahrhundert verletzen könnten." Die Anzeige, die die Kunsthalle bei Facebook geschaltet hatte, zeigte das Bronze-Werk "Der Kuss" von Auguste Rodin aus dem 19. Jahrhundert. Ein nacktes Paar sitzt auf einem Stein und küsst sich innig. Die Brüste der Frau sind von der Seite zu sehen. Aber noch nicht genug: Im Hintergrund des Fotos sind wieder Brüste zu sehen; auf einem Gemälde an der Wand. 

"Facebook verwies auf seine Werbebedingungen und sperrte unsere Anzeige", bestätigt Bergmann. Die Bedingungen schließen Nacktheit komplett aus, selbst wenn keine sexuellen Handlungen zu sehen sind. Zuletzt hatte ein Fotograf aus Geldern mit seiner Aktion #Nippelstatthetze auf die überzogene Löschung von Fotos mit Brüsten auf Facebook aufmerksam gemacht. Hass-Kommentare hingegen blieben oft tage- und wochenlang sichtbar. 

Offenbar macht das Unternehmen auch bei Kunstwerken keine Ausnahme. "Wir werden unsere Anzeigen demnächst gut prüfen", erklärt Bergmann. "Vielleicht zeigen wir ab jetzt nur noch Vögel oder Weihnachtsmänner."

Lesen Sie hier den Facebook-Post der Bundeskunsthalle vom Freitagmorgen:

 

NACKT IM MUSEUM – Das geht gar nicht.Deswegen hat Facebook dieses Bild aus unserer Ausstellung, das wir auf unserer...

Posted by Bundeskunsthalle on  Freitag, 18. Dezember 2015
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