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Nach Angriff auf Bürgermeister
Bürger in Altena zeigen mit Lichterkette Solidarität

Lichterkette aus Solidarität in Altena
Lichterkette aus Solidarität in Altena FOTO: dpa, exa
Altena. Mit einer Lichterkette haben rund 200 Bürger in Altena am Dienstagabend ein Zeichen der Solidarität gesetzt: Am Tag zuvor war ihr Bürgermeister wegen seiner liberalen Flüchtlingspolitik mit einem Messer verletzt worden. 

Mit Teelichtern, Kerzen und Windlichtern kamen die Menschen in Altena am Dienstagabend zusammen und zogen durch die Kleinstadt. Mit dieser spontanen Aktion wollen die Bürger gegen Hass und Gewalt mit  ein Zeichen setzen.

Bürgermeister Andreas Hollstein, hat nach eigenen Worten Mitleid mit dem Täter. "Der Mensch, der das gemacht hat, tut mir leid", sagte er im Interview mit unserer Redaktion.  "Er hat das Gift von anderen getrunken und ist dann selbst zum Werkzeug geworden. Nicht, dass ich eine große Sympathie für ihn hege – aber Hass sicherlich auch nicht. Die Verantwortung für das gesellschaftliche Klima tragen andere Menschen, die mit verbaler Extremstgewalt gegen andere vorgehen"

Hollstein war am Montagabend in einem Imbiss in der sauerländischen Stadt mit einem Messer attackiert und leicht am Hals verletzt worden. Der Angriff hat laut Staatsanwaltschaft ein fremdenfeindliches Motiv. Hollstein ist für sein Engagement für Flüchtlinge bekannt. Gegen einen 56 Jahre alten Mann wurde am Dienstag Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen.

Messer-Angriff auf den Bürgermeister von Altena FOTO: dpa, hjb

Hollstein forderte ein rigoroseres Vorgehen gegen solche Täter. "Der Staat muss wehrhafter sein", sagte er der Zeitung. "Wir sind nicht rechtzeitig eingeschritten und haben in dieser liberalen Gesellschaft nicht früher Grenzen gezogen. Wer hetzt, gafft, Rettungskräfte angreift, muss mit saftigen Strafen rechnen. Wenn man Politiker anpöbelt und bedroht, ist das kein Kavaliersdelikt."

 Städtebund fordert Straftatbestand "Politiker-Stalking"

Altena: Bürgermeister Andreas Hollstein spricht über die Messerattacke

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund forderte die Einführung eines Straftatbestandes "Politiker-Stalking". "Der geltende Stalking-Paragraf 238 Strafgesetzbuch sollte um einen neuen Straftatbestand des "Politiker-Stalkings" ergänzt werden", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwoch). Andernfalls würden Führungspositionen in Politik und Verwaltung immer unattraktiver.
"Hasskriminalität bedroht die staatlichen Ämter", so Landsberg.

 

(lnw)
 
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