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Besuch bei Katastrophenhelfern in Bonn
Gauck: Die Menschen erwarten konkrete Hilfe

Bonn: Bundespräsident Gauck besucht Katastrophenhelfer
Bonn: Bundespräsident Gauck besucht Katastrophenhelfer FOTO: dpa, obe fdt
Bonn. Überschwemmungen, Unglücke, Flucht: Immer wieder sind deutsche Experten in Not- und Katastrophenfällen gefragt. In Bonn haben sie nun Bundespräsident Gauck ihre Ausrüstung vorgestellt. Das Thema Flüchtlingshilfe stand dabei im Mittelpunkt.

Bundespräsident Joachim Gauck hat bei einem Treffen mit Experten für Not- und Katastrophenfälle auf die gestiegenen Erwartungen an Deutschland hingewiesen. "Deutschland ist weltweit aktiver als früher. Und viele Menschen erwarten von uns konkrete Hilfe. Nicht nur Rat und Diplomatie, was auch wichtig ist - sondern manchmal ganz praktische Hilfe", sagte er am Montag im Bonn.

Das Staatsoberhaupt besuchte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie das Technische Hilfswerk (THW). Beide Bundesbehörden sind bei Not- und Katastrophenfällen gefragt, das THW zuletzt auch immer mehr beim Bau von Flüchtlingsunterkünften.

So verlief die Arbeit von ISAR Germany in Nepal FOTO: dpa, kno

Um mit den steigenden Flüchtlingszahlen umgehen zu können, müsse es beides geben, sagte Gauck: Staat und Ehrenamt. "Was wir brauchen: Hochaktive, handlungsbereite staatliche Stellen. Und gleichzeitig eine Unterstützung aus der Zivilgesellschaft, aus der Bevölkerung heraus." Das THW besteht fast komplett aus Ehrenamtlichen.

Auf die Frage, ob er auch für neue legale Zugangswege für Asylsuchende nach Deutschland sei, sagte Gauck: "Wenn ich sage, dass wir einen solchen Zugangsweg brauchen zusätzlich, dann wiederhole ich eigentlich nur etwas, was in der Debatte schon öfter zutage getreten ist." Er könne nicht sagen, wie diese möglichen neuen Wege dann wiederum begrenzt werden könnten. "Aber es gibt ja Beispiele von anderen Ländern, dass sich dieses Thema regeln lässt."

52 ISAR-Helfer fliegen nach Nepal FOTO: dpa, rwe lof

Gauck hat bis zum 2. September mehrere Termine im Rheinland. Er bezieht dafür seinen zweiten Amtssitz, die Villa Hammerschmidt in Bonn. Im Vordergrund seines Besuchs bei BBK und THW standen praktische Einblicke in die Arbeit der Not- und Katastrophenhelfer. Im Gemeinsamen Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) wurde eine Überschwemmung im Elbe-Saale-Dreieck simuliert. Das THW zeigte seine schweren Geräte, mit denen etwa Unglücksopfer aus Schluchten gerettet werden können. Der Bundespräsident zog dabei auch selbst an den Seilen.

Als Abschiedsgeschenk erhielten Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt einen "Notfallrucksack", gefüllt mit Wasser, Konserven und einer Taschenlampe. "Damit Ihnen heute auch nichts passieren kann, wenn Sie mal in einen Notfall geraten", sagte eines der Kinder, das die Rucksäcke überreichte.

(dpa)
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