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NRW-Wahlämter müssen aufstocken
Der Trend geht zur Briefwahl

Bundestagswahl 2017: Immer mehr Menschen in NRW nutzen Briefwahl
Ein Wähler macht seine Kreuze auf dem Stimmzettel. (Symbolfoto) FOTO: dpa, gam wst
Düsseldorf. Bereits jetzt sind mancherorts in NRW schon so viele Anträge zur Briefwahl eingegangen wie bei der Bundestagswahl 2013 insgesamt. Allein Köln rechnet mit mehr als 200.000 Anmeldungen. Viele Wahlämter müssen umplanen.

Immer mehr Menschen in Nordrhein-Westfalen geben bei der Bundestagswahl ihre Stimme schon vor dem Wahltag ab. In Essen sind zwei Wochen vor der Abstimmung bereits rund 70.000 Briefwahlanträge eingegangen - fast genau so viele wie bei der Bundestagswahl vor vier Jahren insgesamt. Auch andere Städte rechnen mit einem neuen Rekord bei der Briefwahl, wie eine Umfrage ergab. Vor vier Jahren hatte landesweit ein gutes Viertel der Wähler in NRW ihre Stimmen per Brief abgegeben.

In Düsseldorf hat das Wahlamt bereits fast 80.000 Wahlscheine verschickt. "Das sind jetzt schon mehr als insgesamt bei der Landtagswahl im Mai", sagte Pressesprecher Michael Bergmann. Vor vier Jahren gab es in der Landeshauptstadt bei der Bundestagswahl knapp 86.000 Briefwähler. Um die hohe Nachfrage in diesem Jahr zu bewältigen, hat Düsseldorf umgeschichtet: Normale Wahlbezirke wurden zusammengefasst, dafür gibt es mehr Briefwahlbezirke.

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Auch in Duisburg musste umstrukturiert werden. Da hier gleichzeitig ein Bürgerentscheid sowie die Wahl des Oberbürgermeisters anstehen, wurden große Briefwahlbezirke geteilt.

Köln erwartet mehr als 200.000 Anträge

In Köln ist mit knapp 187.000 Briefwahlanträgen die Gesamtzahl von 2013 ebenfalls schon erreicht. Insgesamt rechnet die Domstadt mit mehr als 200.000 Briefwahlanträgen. Das wäre ein neuer Rekord. Um den Ansturm zu stemmen, wird intensiv nach weiteren Wahlhelfern gesucht. Von 6500 benötigten fehlten noch 600, sagte Stadtsprecherin Inge Schürmann. Köln plant, mehr Wahlhelfer für die Auszählung der Briefwahl einzusetzen als für die Urnenwahl.

Auch Aachen reagiert auf die hohe Nachfrage. "Wir haben wegen der bei früheren Wahlen schon gestiegenen Zahl von Briefwahlanträgen den Personaleinsatz verstärkt", sagte Sprecherin Rita Klösges.

Münster schwimmt gegen den Trend

In Münster sind bislang mehr als 50.000 Wahlscheine ausgestellt worden. Damit gehört Münster bislang zu den Kommunen, in denen die Zahl der Briefwahlanträge unter dem Niveau von 2013 liegen. Immerhin hatte vor vier Jahren gut 37 Prozent aller Wähler ihre Stimme schon vor dem Wahltag abgegeben.

Der "Run" auf die Briefwahl endet in der Regel etwa eine Woche vor der Wahl, erläuterte Münsters Sprecherin Sigrid Howest. "Wenn die Wähler merken, dass es zeitlich zu knapp wird, die ausgefüllten Unterlagen auch wieder zurückzugeben, gehen die Anträge zurück." Bis zum 22. September 18 Uhr können die Briefwahlunterlagen schriftlich oder online beantragt werden.

Als Briefwahl gilt sowohl die Abstimmung per Post als auch die Direktwahl im Wahlamt, solange sie zeitlich vor dem eigentlich Wahltermin liegt. Wird am Tag der Wahl selbst gewählt, gilt das als Urnenwahl.

(sef/lnw)
 
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