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Correctiv-Recherche
Unterrichtsausfall in Dortmund höher als bislang angenommen

Correctiv-Recherche: Mehr Unterrichtsausfall in Dortmund als angenommen
In Dortmund fällt laut Correctiv deutlich mehr Unterricht aus als bislang angenommen (Symbolfoto). FOTO: dpa, jst axs cul
Dortmund . An Dortmunder Schulen fällt mehr Unterricht aus als bisher angenommen. Das teilte das Recherchezentrum Correctiv am Dienstag mit. Gemeinsam mit Lehrern, Schülern und Eltern hatte Correctiv den Ausfall untersucht. 

Der Umfrage zufolge fallen vier von zehn Stunden, die nicht planmäßig erteilt wurden, komplett aus. An Gymnasien seien es sogar mehr als 50 Prozent. Wie das Recherchezentrum am Dienstag erklärte, komme eine Stichprobe des Landes NRW auf die Hälfte weniger Komplettausfall.

Allerdings verwies Correctiv darauf, dass beide Erhebungen auf Grund der unterschiedlichen Ansätze nicht direkt vergleichbar seien. Die Landesregierung will den Unterrichtsausfall künftig genauer erheben.

Daten von 57 Schulen zusammengetragen 

In Zusammenarbeit mit den "Ruhr Nachrichten" hat Correctiv über ein Internetportal wochenlang Angaben von Schülern, Eltern und Lehrern gesammelt. Insgesamt seien im Projekt "Unterrichtsausfall - Der Check" Daten zu 4575 Stunden von 57 verschiedenen Schulen zusammengetragen worden. In Dortmund gibt es nach Angaben der Stadt 159 Schulen in städtischer Trägerschaft.

Anlass für die Erhebung waren Angaben des Schulministeriums, wonach im Schuljahr 2015/16 landesweit im Schnitt 1,8 Prozent des Unterrichts ersatzlos ausfielen, rund sechs Prozent in besonderer Form - etwa Klassenfahrten, Projektwochen oder Praktika - stattfanden. Fast acht Prozent waren Vertretungsmaßnahmen.

Unterrichtsausfall als Dauerthema 

Der Unterrichtsausfall in NRW ist seit Jahren Dauerstreitthema in der Landespolitik. Im vergangenen Jahr hatten sich Schulministerium, Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter in einer Bildungskonferenz auf eine neue Erhebung des Unterrichtsausfalls verständigt. Künftig sollen alle Schulen die Fakten in einem rollierenden System jeweils zwei Wochen lang präzise protokollieren.

"Das rollierende Verfahren hat den Vorteil, dass wir künftig das gesamte Jahr abdecken", unterstrich Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Im Gegensatz zu der von der CDU geforderten Vollerhebung bleibe die Belastung der einzelnen Schulen in einem vertretbaren Rahmen. 2014 hatte ein Gutachten der Universität Bochum für das Schulministerium ermittelt, dass eine schulscharfe Erfassung bis zu 700 zusätzliche Stellen erforderlich mache.

(kess/lnw)
 
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