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Köln
Züge mit Graffiti müssen jetzt durch die Waschstraße

Deutsche Bahn eröffnet Waschstraße in Köln um Graffiti zu beseitigen
Mit Mundschutz und Schutzbrille ausgestattet schrubben Mitarbeiter der Bahn in Köln die Farbe ab. FOTO: dpa, koe
Köln. Die Deutsche Bahn legt in ihrem Kampf gegen Graffiti-Sprayer weiter nach: Am Dienstag stellte der Konzern in Köln eine neue stationäre Graffiti-Entfernungsanlage vor. Die Waschstraße soll helfen, Züge schnell und umweltschonend von Farbe zu befreien.

Der Schaden, der der Deutschen Bahn jedes Jahr durch Graffiti-Kunst an Zügen entsteht, ist enorm: Allein 2015 hat die Entfernung der Schmierereien an Zügen, Gebäuden und Brückenpfeilern das Unternehmen rund acht Millionen Euro für die Beseitigung gekostet. Eine neue Waschstraße in Köln soll nun dabei helfen, die Entfernung der Graffitis an Zügen zu beschleunigen. Am Dienstag wurde sie offiziell eröffnet.

Dabei schrubben Waschtrupps die Farbe in mehreren Schritten herunter. Dafür wurden nach Angaben der Bahn rund 750.000 Euro investiert. Eine vergleichbare Anlage war zum Beispiel schon 2013 in Düsseldorf in Betrieb gegangen.

Beseitigung der Farbe ist sehr aufwendig

Da die Farbe der Sprayer nach Bahn-Angaben den Fahrzeuglack angreifen und die Umwelt belasten, ist die Beseitigung aufwendig. Wichtiger Teil der Anti-Graffiti-Straße in Köln ist daher die Abwasseranlage, die das Wasser mit den Farbrückständen so aufbereitet, dass es in den städtischen Schmutzwasserkanal fließen kann.

Innerhalb von 24 bis 72 Stunden wird Graffiti-Kunst entfernt

Vollgeschmierte Züge sollen binnen 24 bis 72 Stunden gesäubert werden. FOTO: dpa, koe

Werden Züge mit Grafitti beschmiert, versucht das Unternehmen stets, diese innerhalb von 24 bis 72 Stunden zu entfernen. Grund: So sollen die Sprayer gar nicht erst in ganz Deutschland mit ihrem Werk prahlen können, ihnen soll die Lust am Werk dadurch vergehen. Diese Politik und auch, dass die Bahn ihr Einsatzkonzept für das Sicherheitspersonal verändert hat, haben bereits für Verbesserung gesorgt: 2015 wurden 26 Prozent weniger Fälle von Graffiti und anderem Vandalismus bei dem Verkehrsunternehmen verzeichnet. Eine Tendenz, die die Bahn noch weiter ausbauen möchte - mit schnellen Maßnahmen gegen Graffiti, etwa mit Hilfe der neuen Waschstraße, aber auch mit wachsamen Augen von Polizei und Sicherheitsdienst.

(lai/dpa)
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