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Stellwerksbrand in Mülheim
Die wichtigsten Antworten zum Bahn-Chaos

Stellwerkbrand in Mülheim behindert Bahnverkehr
Stellwerkbrand in Mülheim behindert Bahnverkehr FOTO: Rene Anhuth / ANC-NEWS
Mülheim an der Ruhr. Ein vergleichsweise kleiner Brand - aber große Folgen für mehr als eine Million Bahnreisende. Während sich in Mülheim die Ermittler einen ersten Überblick über den Schaden verschaffen, arbeitet die Bahn an Notfallplänen. Die wichtigsten Antworten. 

Zwei Tage nach dem Brand in einem Stellwerk in Mülheim an der Ruhr sind Bahnreisende am Dienstag vielerorts erneut auf eine Geduldsprobe gestellt worden. Der Fernverkehr auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung wurde weiter umgeleitet - was bundesweit für Verspätungen sorgte. Im Nahverkehr gab es erhebliche Verzögerungen. Der Brand war am Sonntag ausgebrochen.

Wie lange werden die Einschränkungen andauern?

Das ist noch völlig unklar. "Da kann und möchte ich mich nicht festlegen", sagte ein Bahn-Sprecher in Düsseldorf. Am Dienstag seien zunächst Statiker der Kriminalpolizei und der Feuerwehr vor Ort gewesen. Ein Brandsachverständiger verschafft sich voraussichtlich erst am Donnerstag einen Überblick. Erst danach kann die Bahn klären, ob das mehr als 40 Jahre alte Stellwerk überhaupt repariert werden kann und wie lange das dauert. Hinweise auf Brandstiftung gibt es laut Polizei nicht.

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Im nahen Duisburg wurde gerade ein neues, elektronisches Stellwerk fertig. Warum können die dortigen Kollegen nicht übernehmen?

Grundsätzlich geht dies nur bei Stellwerken des gleichen Typs, wie der Bahn-Experte Lothar Ebbers vom Fahrgastverband "Pro Bahn" erklärte. Und in Mülheim hat es in einem elektrischen Relais-Stellwerk gebrannt, auch Drucktasten-Stellwerk genannt. "Baujahr 1967, diese Stellwerke sind eh am Ende ihrer technischen Laufzeit angelangt", sagte Ebbers. Bis 2019 sollen nach Angaben der Bahn in NRW rund 660 Millionen Euro in neue Stellwerkstechnik investiert werden.

In Essen oder Oberhausen stehen noch die älteren Relais-Stellwerke. Kann man diese einbinden?

Grundsätzlich ja, aber ein bestimmter Schienenabschnitt kann nicht ohne weiteres von einer anderen Schaltzentrale aus gesteuert werden. Damit sich die Weichen von einem Arbeitsplatz viele Kilometer weiter bewegen lassen, müssen zunächst neue Leitungen eingerichtet werden, wie ein Bahn-Sprecher erklärt. Und dies geht nicht von heute auf morgen.

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Was ist noch kurzfristig möglich, um den Bahnverkehr wieder zügiger auf die Schiene zu bekommen?

Über die festgestellten Weichen am Mülheimer Stellwerk können derzeit nur noch wenige Züge fahren. Im Nahverkehr sind zwischen Essen und Duisburg zwei Regionalzüge und eine S-Bahn-Linie mit langsamer Geschwindigkeit unterwegs. "Wir schaffen pro Gleis und pro Richtung zwei Züge in der Stunde", sagte der Bahn-Sprecher. "Wir versuchen, dies zu verdoppeln." Dazu sei jedoch mehr Personal nötig.

Pendler und Reisende in NRW sind besonders von den Folgen des Brandes betroffen. Wie viele Menschen sind es allein dort?

Etwa 1,3 Millionen Reisende nutzen im bevölkerungsreichsten Bundesland täglich allein die Busse und Bahnen der Deutschen Bahn. Mehr als 3700 S-Bahnen und Personenzüge sind jeden Tag für die DB zwischen 700 Bahnhöfen unterwegs. Hinzu kommen rund 2000 Züge anderer Verkehrsbetriebe. Das Schienennetz in NRW ist ein Dreh- und Angelpunkt für Deutschland und Europa.

In welchen Fällen es bei Verspätungen und Ausfällen im Nahverkehr Geld zurück gibt, lesen Sie hier. 

Aktuelle Informationen zu Ausfällen, Verspätungen und Umleitungen bekommen Sie hier. 

(lnw)
 
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