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Neue Onlineplattform in Bonn
Einzelhändler und DHL machen Internethandel Konkurrenz

Deutsche Post DHL: Geschäfte in Bonn verkaufen Ware für Weihnachten auf "allyouneedCity"
Bonner müssen demnächst nicht unbedingt in die Innenstadt, um Weihnachtseinkäufe zu machen. Die Post hat ein neues Online-Portal für Einzelhändler freigeschaltet (Symbolbild). FOTO: shutterstock
Bonn. Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft beginnt die Deutsche Post in Bonn mit einem Pilotprojekt: Auf der Online-Plattform "AllyouneedCity" können Kunden Waren von Bonner Einzelhändlern bestellen. 2018 wird entschieden, ob andere Städte dazukommen. Von Lisa Inhoffen

Das Online-Projekt der Deutschen Post DHL für die Einzelhändler aus der Bonner Innenstadt und dem näheren Einzugsbereich ist startklar. Nach monatelanger Vorbereitung will es die Post nun zum Wochenanfang, pünktlich zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts, im Netz freischalten.

Dann haben alle Bürger die Möglichkeit, rund um die Uhr in den Läden in der City virtuell zu stöbern, einzukaufen und sich die ausgesuchte Ware bequem nach Hause liefern zu lassen. "AllyouneedCity" heißt diese neue Internet-Plattform, die die Post als Pilotprojekt entwickelt hat und die sich ausschließlich an den stationären Handel in der Bundesstadt richtet.

90 Bonner Geschäfte machen mit

Rund 90 Bonner Kaufleute machen mit, berichtete der Geschäftsführer von DHL-Paket, Achim Dünnwald, dem GA auf Nachfrage. Darunter viele traditionsreiche Geschäfte wie Knauber, Karstadt, Van Dorp und Kröber Hören und Sehen. Hintergrund: Seit Jahren setzt der überregionale Online-Handel dem stationären Einzelhandel vor allem in den Innenstädten zu. Rund zehn Prozent des Umsatzes macht Dünnwald zufolge der Online-Markt bereits aus – mit steigender Tendenz.

"Wer das verstanden hat, der hat auch das Bedürfnis, bei unserem attraktiven Projekt mitzumachen", erklärt sich Dünnwald die hohe Zahl der Kaufleute, die sich bislang bei dem Pilotprojekt angemeldet haben. "Wir sind überzeugt, die Bonner Kunden werden schon sehr bald diese neue Einkaufsmöglichkeiten in ihrer Stadt sehr zu schätzen wissen." Dazu habe die Deutsche Post im Vorfeld auch viel Informationsarbeit geleistet und nahezu mit jedem Händler persönlich gesprochen, berichtete DHL-Projektleiter Thomas Kempkes.

9,90 Euro kostet der Express-Versand

Und so funktioniert die Plattform "AllyouneedCity" in Bonn: Die Einzelhändler  präsentieren sich und ihre Produkte in einem virtuellen Shop, in einem Schaufenster oder per Katalog auf der lokalen Online-Plattform der Post. Der Kunde wählt die Ware aus, bestellt sie und die Post liefert sie nach Hause – in der Einkaufstüte oder im Karton, auf denen lediglich der Name des Kunden und ein Code stehen muss. So habe der Händler keinerlei Aufwand mit zusätzlichen Verpackungen und eines Versandlabels, sagte Dünnwald.

Natürlich ist das Angebot nicht kostenlos zu haben: So stellt die Post für eine Lieferung nach Hause innerhalb von zwei Stunden nach der Bestellung 9,90 Euro in Rechnung. Ob der Kunde die Gebühr bezahlt oder nicht, entscheidet der Händler. Preiswerter wird die Lieferung einen Tag nach der Bestellung: Dann kostet sie noch 6,50 Euro. Hier kann der Kunde ein Wunschzeitfenster für die Warenlieferung angeben.

2018 könnten andere Städte dazukommen

Und gefällt mal etwas nicht, geht die Ware mit Hilfe der Post auch wieder retour. Es sei denn, der Kunde will sie selbst zurückbringen, was natürlich immer möglich bleiben soll. Dünnwald glaubt fest daran, dass dieses Projekt "die Kunden auf Dauer wieder stärker an die Geschäfte in der Stadt binden wird". Zumal sie es nicht wie beim einschlägigen Online-Handel mit anonymen Personen, sondern mit in aller Regel vertrauten Gesichtern der Ladeninhaber und ihrer Mitarbeiter zu tun hätten.

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Das Projekt wird unabhängig vom Weihnachtsgeschäft auch im kommenden Jahr weitergeführt. Mitte 2018 will die Deutsche Post DHL dann zusammen mit den Einzelhändlern auswerten, wie das Angebot von den Kunden angenommen wird. Dann könne man auch überlegen, ob das Angebot auch auf Städte wie Köln oder Düsseldorf ausgeweitet wird.

Der Artikel ist zuerst im Bonner General-Anzeiger erschienen.

 
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