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Unwetter in NRW
Hitze und schwere Gewitter - Stromausfall in Düsseldorf

Juli 2014: Baum stürzt bei Unwetter auf Bauernhof
Juli 2014: Baum stürzt bei Unwetter auf Bauernhof FOTO: Theo Titz
Düsseldorf. Eines der heißesten Wochenenden des Jahres ging am Sonntag mit starken Gewittern zuende. In Düsseldorf fiel kurzzeitig der Strom aus. Im Kreis Heinsberg und Viersen richtete das Gewitter teilweise Verwüstungen an. Auch am Montagmorgen ziehen neue Unwetter auf, es gibt Warnungen. 

Hoch "Aymen" hat Nordrhein-Westfalen ein Schwitz-Wochenende mit mehr als 35 Grad, Badeunfällen, aufgeplatzten Straßen und am Ende Hagel, Starkregen und Gewitterböen beschert. Die Gewitterfront zog am Sonntagabend über den Westen des Landes bis ins Ruhrgebiet.

Auch am Montag gibt es in weiten Teilen NRWs noch Warnungen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) vor heftigen Gewittern und starkem Regen. In Düsseldorf ist die B7 wegen Überflutung gesperrt. Die Unterführung in in Derendorf ist in Richtung Innenstadt komplett gesperrt. In Richtung Oberkassel ist  nur langsames Passieren möglich. Mehr zum Unwetter am Morgen gibt es hier.

Für Düsseldorf, Mettmann, Neuss, Solingen galt zeitweise Warnstufe Rot, am Morgen hatte sich der Himmel bereits wieder verdunkelt. Warnungen vor Platzregen gibt es in der Region unter anderem im Rhein-Kreis Neuss, um Köln, Krefeld, Mönchengladbach bis zum nördlichen Niederrhein.

Der Tunnel vor der Theodor-Heuss-Brücke ist in Richtung Innenstadt gesperrt. FOTO: Oliver Havlat

 Bereits am Sonntagnachmittag zogen von Westen Gewitter auf und erreichten Rheydt und Düsseldorf. Teilweise regnete es heftig, in Düsseldorf löste ein Blitzeinschlag einen Stromausfall aus. Der Blitz schlug nach Angaben der Stadtwerke in eine Freileitung in der Nähe eines Umspannwerks im Düsseldorfer Süden ein.

Der Stromausfall dauerte nach Angaben der Stadtwerke keine zwei Minuten, das System habe sich voll automatisch reguliert. Betroffen war demnach der gesamte Universitätskomplex. Auch einige Straßenzüge in Bilk waren vom Strom abgeschnitten. Inzwischen ist die Stadt nach Angaben der Betreiber wieder vollständig versorgt. 

 

A57 bei Goch platzt durch die Hitze auf FOTO: Rene Anhuth, ANC-NEWS

 

Über Facebook schilderten Nutzer, wie die Gewitter auch andere Landesteile erreichten. In Wassenberg bei Heinsberg fielen demnach kirschroße Hagelkörner, über Viersen ging Starkregen und ebenfalls Hagel nieder. Ein international besetztes Hochsprung-Meeting wurde abgesagt. Umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste machten die Straßen teilweise unbefahrbar, die Feuerwehr war im Dauereinsatz. Im Ortsteil Dülken stürzte ein großer Straßenbaum auf einen Bauernhof. 

Im Kreis Heinsberg hat das schwere schwere Gewitter gegen 15.30 Uhr teilweise Verwüstungen angerichtet. Die Feuerwehr war besonders in den Städten Wegberg und Wassenberg im Dauereinsatz, um überflutete Straßen und Keller frei zu pumpen sowie umgestürzte Bäume von Straßen zu räumen. In Wegberg-Merbeck wurde um 16 Uhr ein Golfturnier abgebrochen. Durch große Hagelkörner wurden zahlreiche Autos demoliert. Über Verletzte ist zur Stunde nichts bekannt. Anwohner spekulierten bei Facebook über einen Tornado. 

Nach der Prognose des Wetterdienstes von Sonntagnachmittag könnten bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Die Warnung gilt von Sonntag, 18 Uhr, bis Montag 8 Uhr. Welche Städte und Kreise im Detail betroffen sind, lesen Sie links im Infokasten.

Am frühen Abend hatte die Gewitterfront den Westen NRWs weitgehend hinter sich gelassen und zog weiter ostwärts. Um 18.40 hatte die amtliche Unwetterwarnung für Wesel, Borken, das Ruhrgebiet und Westfalen noch Bestand, zwei Stunden später galt sie nur noch für Münster und den Kreis Steinfurt. Die anderen Bereiche, darunter Duisburg, Düsseldorf, Heinsberg, Viersen oder Köln wurden herabgestuft, doch sind weiterhin Starkregen und Gewitter möglich. 

Am Samstag waren die Temperaturen in NRW deutlich über 30 Grad geklettert. Freibäder und Badeseen waren überfüllt.

Durch der Hitze kamen am Wochenende mehrere Menschen zu Schaden. Am Düsseldorfer Kirmesplatz wollte sich ein 20-Jähriger im Rhein erfrischen, obwohl er nicht schwimmen kann. Der junge Mann tauchte unter und kam nicht wieder an die Oberfläche. Eine Suchaktion mit rund 70 Einsatzkräften und einem Hubschrauber blieb ohne Erfolg.

In einem See in Espelkamp im Kreis Minden-Lübbecke ist ein 37-Jähriger bei einem Badeunfall gestorben. Seine Freunde zogen den Mann noch aus dem Wasser, doch jede Hilfe kam zu spät.

Auf der A57 bei Goch an der niederländischen Grenze hat die große Hitze die Fahrbahn aufplatzen lassen. Ein rund 3,5 Kilometer langer Abschnitt in Fahrtrichtung Köln musste gesperrt werden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag.

In Bergkamen (Kreis Unna) sind zwei junge Männer bei Starkregen mit ihrem Auto tödlich verunglückt. Wie die Polizei mitteilte, schleuderte ihr Wagen nach einem Überholmanöver von der rutschigen Straße und krachte gegen einen Baum. Der 21-jährige Fahrer und sein ein Jahr jüngerer Begleiter starben am Abend an der Unfallstelle.

In einem überhitzten Reisebus auf der Autobahn 3 bei Leverkusen erlitten mehrere Jugendliche einen Kreislaufkollaps. Nach Angaben der Feuerwehr war der Bus mit defekter Klimaanlage in einen Stau geraten.
14 der Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren kamen am Freitagabend ins Krankenhaus. Die anderen Mitglieder der Reisegruppe - insgesamt 71 Jugendliche und acht Betreuer - wurden mit kalten Getränken versorgt. Das teilte die Feuerwehr mit. 

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