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Weihnachtsmärkte in NRW
Die miesen Maschen der Taschendiebe

Die Tricks der Taschendiebe - davor warnt die Polizei
Die Tricks der Taschendiebe - davor warnt die Polizei FOTO: Polizei Köln
Düsseldorf. Die Fälle von Taschendiebstählen auf Weihnachtsmärkten in NRW nehmen zu. Die Polizei geht vermehrt Streife und will die Bürger aufklären. Die Kölner Beamten haben dafür eingängige Grafiken auf Facebook gepostet. Denn die Tricks der Täter werden immer ausgefeilter.

Auf den Grafiken der Polizei Köln ist etwa zu sehen, wie eine Diebin ihr Opfer ablenkt, während ihr Komplize in dessen Handtasche greift. Oder wie im Gedrängel vor einer S-Bahn-Tür ein Täter für Stau sorgt und der andere Dieb von hinten die Geldbörse klaut. Solche alltäglichen Situationen werden von Taschendieben gezielt konstruiert, um Beute zu machen. Damit das Vorhaben der Täter rechtzeitig durchschaut wird, hat die Polizei in Köln die Grafiken nicht nur auf Info-Broschüren drucken lassen, sondern auch bei Facebook gepostet. 

Es gibt auch ein Video von Polizei und KVB, um vor den Langfingern zu warnen:

 

Polizei Köln und KVB gemeinsam gegen Taschendiebe - Videos!Vorweihnachtszeit: Volle Stadt, dichtes Gedränge. Wir sind in Hektik und es wird früh dunkel. Ideale Bedingungen für Taschendiebe. Häufig sind sie in Banden unterwegs. Es kann jeden erwischen. Erstmals haben die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) und die Polizei Köln nun mit einem professionellen Filmteam Videospots entwickelt, mit denen auf die Gefahren hingewiesen wird: beim Einkaufen, in der Bahn, auf der Rolltreppe, auf dem Weg zur Party und im Café. Hier werden die perfiden Vorgehensweisen der Langfinger deutlich gemacht. Heute - der Drängel- oder RempeltrickBeim Einsteigen zum Beispiel in einen Bus, im Eingangsbereich eines Geschäftes oder in einer Menschenmenge bleibt der "Provokateur" plötzlich vor Ihnen stehen und verursacht ein Gedränge. Der eigentliche Dieb nutzt die Gelegenheit, um in Ihre Tasche zu greifen.Weitere Informationen in verschiedenen Sprachen finden Sie auf unserer Internetseite http://www.polizei.nrw.de/_______________________________Schön, wenn Sie auf unserer Seite sind:www.koeln.polizei.nrw.de#Polizei #Köln #Leverkusen

Posted by Polizei NRW Köln on Donnerstag, 3. Dezember 2015

 

Tipps gegen Taschendiebe

Taschendiebstahl wird inzwischen vorwiegend von reisenden Banden begangen, die straff organisiert sind: Die Kriminellen starten zur Weihnachtszeit ihre Diebestour in der Schweiz, reisen über Österreich nach Deutschland und anschließend noch in die benachbarten Niederlande, wie die Kölner Polizei in der Zusammenarbeit mit Europol herausfinden konnte. Nach ihrer Tour wollen sie möglichst schnell wieder verschwinden, erklärt Günther Korn, Leiter des Kölner Kriminalkommissariats 43 und für Taschendiebstahl zuständig.

Vor zehn Jahren war der Weihnachtsmarkt eher eine günstige Gelegenheit für ortsansässige Kleinkriminelle. Wurden die Taschendiebe gefasst, waren sie für die Polizisten oft alte Bekannte. Doch nicht nur die Täterstruktur hat sich verändert - auch die Zahl der Diebstähle ist enorm gestiegen. "Im Jahr 2005 hatten wir 280 Festnahmen, im letzten Jahr waren es rund 1000", sagt Korn.    

Auch in Düsseldorf hat die Polizei auf den rasanten Anstieg bei den Taschendiebstahl-Delikten reagiert. 2012 lag die Zahl noch bei 5780 und war im Jahr darauf auf 8299 hochgeschnellt. Im März 2014 hatte dann die Polizei die Zahl der Mitarbeiter, die an allen Tagen der Woche verdeckt im Einsatz sind, aufgestockt. Die Aktion zeigte offenbar Wirkung: Die Zahl der Taschendiebstähle ging 2014 um etwa 150 zurück auf 8141. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir 2015 einen weiteren Rückgang präsentieren können", sagte Polizei-Sprecher Marcel Fiebig bei einer großen Aktion gegen Taschendiebe im Sommer. Das ist eine weitere beliebte Jahreszeit für Diebe, das es viele Veranstaltungen unter freiem Himmel gibt und viele Besucher in der Stadt sind.  

Nicht nur in Großstädten, auch in den kleineren Städten und Gemeinden steigen die Zahlen. Gemessen an den Einwohnerzahlen bewegen sich die Summen der Taschendiebstähle im Rhein-Kreis auf recht hohem Niveau - Tendenz steigend. Von Januar bis September 2014 wurden im Kreis 490 solcher Delikte aufgenommen, im selben Zeitraum in diesem Jahr waren es 797, informierte Polizeisprecher Hans-Willi Arnold auf Anfrage unserer Redaktion.

Die nächste Hochsession für Taschendiebe steht bereits vor der Tür:  Die meisten Diebstähle dieser Art werden zur Karnevalszeit begangen. Polizei-Experte Korn: "Wir haben schon Täter erwischt, die sich einen Tag vor Weiberfastnacht bis einen Tag nach Rosenmontag gezielt in Hotels einquartiert haben."

Die Tricks der Taschendiebe: Hier geht es zu den Grafiken und den Maschen der Täter. 

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