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Zu Unrecht in der Psychiatrie?
Mordprozess wird nach 30 Jahren neu aufgerollt

Dortmund: Mordprozess wird nach 30 Jahren neu aufgerollt
Der Fall wird in Dortmund neu aufgerollt. FOTO: dpa, mku sab
Dortmund. Vor über dreißig Jahren wurde ein siebenjähriger Junge in Essen ermordet – seit Donnerstag wird der Fall vor dem Dortmunder Schwurgericht neu aufgerollt. Der heute 53-jährige Verurteilte war 1986 für die Tat in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen worden.

Er hatte sich in einem nicht schuldfähigem Zustand befunden und kam im Februar 2016 frei. Während der Zeit in der Psychiatrie hatte ein anderer Mann den Mord an dem Siebenjährigen gestanden. Der 53-Jährige hatte deshalb ein Wiederaufnahmeverfahren angestrengt.

Gegen den Mann wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft nun ermittelt. Er halte mittlerweile allerdings nicht mehr an seinem Geständnis fest.

Verurteilter hatte Tat erst zugegeben und dann abgestritten

Der Prozess findet wie die Verhandlung vor dem Schwurgericht Essen vor 30 Jahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der 1986 Verurteilte gilt als minderbegabt und soll die Tat zunächst bei der Polizei zugegeben, in der späteren Verhandlung aber abgestritten haben.

Verteidiger Achim Lüdeke sagte vor der Verhandlung: "Unser Ziel ist jetzt ein Freispruch." Er wolle zwar nicht von einem Justizskandal sprechen. Sollte sich aber herausstellen, dass sein Mandant zu Unrecht in der Psychiatrie war, sei der Fall wohl als einmalig zu bewerten.

(isw/dpa)
 
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