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Prozess in Paderborn
Drei Flüchtlinge nach Brand in Unterkunft vor Gericht

Prozess in Paderborn: Drei Flüchtlinge nach Brand in Unterkunft vor Gericht
Feuerwehrkräfte beim Einsatz am 5. Januar 2017 in Hövelhof an der Flüchtlingsunterkunft. (Archivbild) FOTO: dpa
Paderborn. Nach einem Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Hövelhof (Kreis Paderborn) sitzen seit Dienstag die drei mutmaßlichen Brandstifter in Paderborn auf der Anklagebank. Sie sollen ihre Unterkunft aus Frust über die Bedingungen angezündet haben.

Die drei Flüchtlinge im Alter zwischen 20 und 26 Jahren sollen am 5. Januar das Feuer gelegt haben. Ihnen wird besonders schwere Brandstiftung vorgeworfen.

Sie sollen bereits am Tag vor der Tat Mitarbeitern der Unterkunft gedroht haben, es gebe "ein Gemetzel", wenn sie nicht umgehend verlegt würden. Hintergrund sollen unter anderem Probleme mit albanischen Mitbewohnern gewesen sein. Bei dem Brand erlitten 57 Menschen Rauchvergiftungen. Zwei der ehemals militärisch genutzten Barackengebäude brannten nieder.

Nach dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft zertrümmerten die Männer - zwei 20 und 26 Jahre alte Brüder sowie ein weiterer 22 Jahre alter Mann - das Mobiliar eines Zimmers und zündeten eines der Stockbetten an. Zwei Männer bestreiten die Vorwürfe und geben an, sie hätten das Zimmer bereits verlassen, bevor das Feuer entdeckt wurde. Der dritte Angeklagte verweigert die Aussage. Das Landgericht hat für den Prozess drei weitere Tage angesetzt.

(lsa/lnw)