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Wuppertal-Elberfeld
Drei Tote in Wohnheim entdeckt – Tatverdächtiger in Haft

Drei Tote in Wuppertaler Wohnheim
Drei Tote in Wuppertaler Wohnheim FOTO: dpa, mku hjb
Wuppertal. Noch ist unklar, was sich am Mittwochabend in einem Wohnheim der Diakonie in Wuppertal-Elberfeld abgespielt hat. Drei Männer sind tot, ein vierter ist in Haft. Die Diakonie hat die übrigen Bewohner an einem anderen Ort untergebracht. Von Helene Pawlitzki

Das Motiv der Tat ist weiter unklar. Anfangs hatte es geheißen, wahrscheinlich habe es Streit zwischen den Opfern (38, 52 und 63 Jahre alt) und dem Tatverdächtigen (42) in der sozialtherapeutischen Einrichtung der Bergischen Diakonie Aprath in der Straßburger Straße gegeben. Doch wie Staatsanwalt Hauke Pahre am Donnerstagmittag mitteilte, hat sich dieser Eindruck jedenfalls durch die bisherigen Ermittlungen nicht bestätigt. "Was ich bisher habe, sind Hinweise darauf, dass der Tatverdächtige psychisch krank war", sagte er auf Anfrage unserer Redaktion.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten, wurde der Tatverdächtige festgenommen. Eine Sachverständige kam demnach zu der vorläufigen Einschätzung, dass der Mann vermindert schuldfähig oder sogar schuldunfähig sei. Die Ermittler prüften die rechtlichen Voraussetzungen für eine einstweilige Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.

Diakonie konnte Bewohner woanders einquartieren

Eine Sprecherin der Diakonie sagte am frühen Abend, man sei den ganzen Tag damit befasst gewesen, sich um Mitarbeiter und Bewohner der Einrichtung zu kümmern. Es sei gelungen, in Kooperation mit der Stadt für die 21 Bewohner schnell eine vorübergehende Bleibe zu finden, sagte sie. "Das ist ein Segen." Die Vorfälle bedeuteten für die Bewohner und Mitarbeiter naturgemäß großen Stress. Es seien den ganzen Tag Psychologen und Seelsorger im Einsatz gewesen. Es gehe jetzt auch darum, die Dienstpläne zu überarbeiten, um die Betreuung der Bewohner hochzufahren.

In dem Wohnheim beherbergt die Diakonie schwer erkrankte, behinderte, psychisch kranke oder suchtkranke Menschen. Es handele sich nicht um eine Klinik, sondern um eine dauerhafte Unterbringung mit dem Ziel, irgendwann selbstständig und ohne professionelle Hilfe den Alltag zu bewältigen. Jeder Klient bewohne ein Einzelzimmer in einer Art Wohngemeinschaft, heißt es auf der Website der Einrichtung. Wie lange die Männer schon in der Einrichtung wohnten oder woran sie litten, ist bisher nicht bekannt. Die Diakonie gibt weder zur Person des Täters noch zum Vorfall Auskunft.

Drei Tote, ein leicht verletzter Tatverdächtiger

Bekannt ist dies: Die Polizei war gegen 22 Uhr zu der Einrichtung gerufen worden. Sie hatte zwei Tote gefunden und daraufhin mit einem Spezialeinsatzkommando den Rest des Gebäudes durchsucht. Dabei fand sie einen weiteren Toten. Zunächst wurden zwei Männer festgenommen. Einer von ihnen ist aber wieder auf freiem Fuß, gegen ihn hat sich der Tatverdacht nicht erhärtet.

Der Tatverdächtige, der noch in Haft ist, sei leicht verletzt, so Staatsanwalt Pahre. Medienberichte über einen weiteren Schwerverletzten dementierte er. Nun muss ermittelt werden, was sich genau zugetragen hat. Derzeit sehe es so aus, als habe der Täter ein Messer benutzt, so Pahre. Am Tatort sei eines gefunden worden. "Das ist aber noch vorbehaltlich einer Obduktion." Vermutlich habe sich die Tat gegen 21.30 Uhr ereignet. Eine Mordkommission hat in der Nacht die Ermittlungen übernommen.

(AFP/dpa)
 
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