| 15.35 Uhr

Prozess in Düsseldorf
Mutmaßlicher IS-Terrorist "Abu Zulfikar" gesteht

Düsseldorf: Mutmaßlicher IS-Terrorist "Abu Zulfikar" gesteht
Der 23-Jährige ist bereits der dritte Angeklagte, der in diesem Jahr in Düsseldorf gestanden hat, sich in Syrien der Terrormiliz angeschlossen zu haben. FOTO: dpa, skm fdt
Düsseldorf. Bereits drei Syrien-Rückkehrer haben in diesem Jahr in Düsseldorf gestanden, sich dem Islamischen Staat angeschlossen zu haben. Am Freitag war "Abu Zulfikar" an der Reihe.

Der mutmaßliche IS-Terrorist "Abu Zulfikar" hat gestanden, sich in Syrien dem Islamischen Staat angeschlossen zu haben. Er bestritt aber am Freitag vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht, an Kampfeinsätzen teilgenommen zu haben - obwohl er mit einem Splitter im Bein nach Deutschland zurückgekehrt war und gegenüber Bekannten behauptet hatte, 16 Menschen getötet zu haben. Damit habe er sich nur wichtig machen wollen, behauptete der Angeklagte.

"Das Foto von mir mit der Kalaschnikow und Kampfmontur ist kurz nach meiner Ankunft aufgenommen worden. Das war nur zum Posen." Er habe aber kämpfen wollen, räumte der 23-Jährige in der schriftlichen Erklärung ein, die seine Verteidigerin verlas.

Der 23-Jährige ist bereits der dritte Angeklagte, der in diesem Jahr in Düsseldorf gestanden hat, sich in Syrien der Terrormiliz angeschlossen zu haben. Der gebürtige Dortmunder Kerim Marc B. war in Kranenburg am Niederrhein aufgewachsen und hatte zuletzt in Düsseldorf gewohnt.

Wegen seines Übergewichts und fehlender Arabischkenntnisse habe er aber zunächst nicht an Kampfeinsätzen teilnehmen dürfen. Als er sich darüber beschwert habe und schließlich doch kämpfen durfte, sei er noch auf dem Weg zu seinem ersten Einsatz von einem Sprengkörper verletzt worden. Seither hat er einen Splitter im Bein.

Die Anklage wirft dem Angeklagten vor, der Terrormiliz IS angehört und bis Anfang 2015 unter dem Namen "Abu Zulfikar" in Syrien gekämpft zu haben. Die Bundesanwaltschaft hatte ihn zunächst auch wegen Mordes angeklagt. Doch dem Oberlandesgericht und dem Bundesgerichtshof waren der Mordvorwurf zu vage. Somit drohen dem Angeklagten noch maximal zehn Jahre Haft wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

(lnw/isf)
Diskussion
Das Kommentarforum zu diesem Artikel ist geschlossen.