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Prozess in Düsseldorf
Mutmaßliches IS-Mitglied will aussagen

Düsseldorf: Mutmaßliches IS-Mitglied will aussagen
In Düsseldorf wird dem mutmaßlichen IS-Mitglied der Prozess gemacht. FOTO: dpa, skm fdt
Düsseldorf. Seit Mittwoch sitzt ein mutmaßlicher IS-Terrorist im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts auf der Anklageband. Mit einer Kalaschnikow und Handgranaten soll der gebürtige Dortmunder in den Reihen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft haben. 

Bereits 2013 soll sich Kerim Marc B. dem IS angeschlossen haben. Mit dem Flugzeug sei er von Amsterdam in die Türkei gereist, berichtete die Bundesanwaltschaft. Damals soll er schon unter Beobachtung gestanden haben und sein Pass eingezogen gewesen sein. In Syrien soll er unter dem Namen "Abu Zulfikar" gekämpft haben. Doch dazu äußerten sich die Anklagevertreter nicht.

Im Januar 2014 sei er verletzt nach Deutschland zurückgekehrt. In seinem Bein steckt offenbar immer noch ein Splitter. Die Ermittler glauben, dass es sich um einen Granatsplitter handelt.

Nach sieben Monaten in Deutschland soll sich der 23-Jährige dann erneut nach Syrien abgesetzt haben. Türkische Behörden hatten den Islamisten schließlich in Izmir am 13. Januar 2015 festgenommen und nach Deutschland überstellt. Vor einem Jahr war er dann am Düsseldorfer Flughafen von den deutschen Behörden festgenommen worden, seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Terror-Verdächtiger in Mönchengladbach gefasst FOTO: Polizei

Nach Informationen von "Spiegel Online" hat B. behauptet, 16 Menschen umgebracht zu haben. Die Bundesanwaltschaft klagte ihn jedenfalls auch wegen Mordes an, doch dem Oberlandesgericht war der Mordvorwurf zu vage. Die Bundesanwaltschaft hatte mit einer Beschwerde beim Bundesgerichtshof noch vergeblich versucht, die Mordanklage zu retten: Die Bundesrichter bestätigten jedoch die Entscheidung des OLG. Somit drohen dem Angeklagten noch maximal zehn Jahre Haft.

Verteidiger Johannes Pausch kündigte am Mittwoch eine Aussage seines Mandanten an - zu einem späteren Zeitpunkt. Das Gericht hat zunächst 14 Verhandlungstage für den Prozess angesetzt.

 

(lnw/isf)
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