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Vortrag in Moschee
Auftritt von radikalem Islam-Prediger auch in Essen abgesagt

Duisburg abgesagt: Islam-Prediger will jetzt nach Essen kommen
Tarik Ibn Ali auf einem Screenshot. Bei Youtube verbreitet er seine Lehren. FOTO: Youtube
Essen/Düsseldorf. In einer Moschee in Duisburg sollten am kommenden Wochenende mehrere Islamisten-Prediger auftreten. Dann machte der Moschee-Verein einen Rückzieher und lud die Redner wieder aus. Einer von ihnen wollte daraufhin in Essen predigen. Auch das wurde nun abgesagt. 

Der Belgier Tarik Chadlioui, der unter dem Namen Tarik Ibn Ali auftritt, gilt als radikaler Islamist und soll Verbindungen zu den Attentaten in Paris im vergangenen November haben. Er stand auf der Liste der geladenen Redner für ein Islam-Seminar, das von Freitag bis Sonntag in der Massjid Ar-Rahman-Moschee in Duisburg-Marxloh stattfinden soll. Nachdem zuerst "Der Westen" über den geplanten Auftritt berichtet hatte, machte der Moschee-Verein einen Rückzieher und lud Tarik Ibn Ali wieder aus.

Einem Bericht zufolge wollte Tarik Chadlioui am Wochenende trotzdem sprechen – und zwar in Essen. Laut "derwesten.de" sollte er am Sonntag, 27. März in der Moschee des Islamischen Kulturzentrums "Uthman Ibn Affan" auf der Bochumer Landstraße in Essen-Steele auftreten. Wie der WDR am Donnerstagnachmittag berichtet, wurde aber auch dieser Auftritt nun abgesagt.

Dem Bericht zufolge hatte die Polizei den geplanten Auftritt mit großer Sorge beobachtet. Allerdings handelt es sich bei solchen Seminaren um private Veranstaltungen. Die Polizei hat also keine Handhabe, derartige Treffen im Vorfeld zu verbieten.

Dass die Veranstaltung mit radikalen Predigern in der Moschee in Duisburg-Marxloh abgesagt worden sei, führt die Duisburger CDU auf den Druck der Öffentlichkeit zurück. "Der vielfältige Protest und die Berichterstattung sind für die Islamisten unangenehm. Sie wollen nicht, dass ihr Treiben hinter verschlossenen Türen an die Öffentlichkeit gerät. Deshalb ist genau dies der richtige Umgang mit ihnen: unbequem sein, kontrollieren, Transparenz erzeugen, Druck machen", sagte Fraktionschef Rainer Enzweiler unserer Redaktion. 

Offenbar hat sich nun auch die Essener Moschee diesem Druch gebeugt. Weshalb die Veranstaltung abgesagt wurde, ob auch Wunsch des Predigers oder der Gemeinde, wurde nicht bekannt. 

(lsa)
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