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Kriminalität in NRW
Nur neun Prozent der Einbrüche in Düsseldorf aufgeklärt

So schrecken Sie Urlaubs-Einbrecher ab
So schrecken Sie Urlaubs-Einbrecher ab FOTO: gms
Düsseldorf. Die Zahl der Einbrüche in NRW ist deutlich gestiegen - aber nur selten werden die Täter gefasst. Allein in Düsseldorf werden nur 9,4 Prozent der Einbrüche aufgeklärt. Das seien "erschütternde Zahlen" heißt es aus Polizeikreisen. Von Katrin Haas

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche sei in NRW erheblich gestiegen. Besonders das Rheinland und das Ruhrgebiet seien betroffen. Das habe nach Informationen der "WAZ" eine detaillierte Auswertung der Kriminalstatistik 2015 ergeben. Spitzenreiter ist demnach Köln mit 5845 Fällen, danach folgen Essen (3803), Dortmund (3712), Bochum (3210), Düsseldorf (3108) und Duisburg (2220). In Bochum liegt der Zuwachs im Vergleich zum letzten Jahr bei 40 Prozent, in Duisburg bei 43 Prozent. 

In den meisten Fällen werden die Einbrüche nicht aufgeklärt. Die Aufklärungsquote liegt beispielsweise in Bochum bei nur sieben Prozent. Auch in Köln (7,6 Prozent), Düsseldorf (9,4 Prozent) und Dortmund und Essen mit elf Prozent ist der Anteil der aufgeklärten Einbrüche nicht viel höher.

Mobile Einbrecherbanden aus Südosteuropa 

Das Innenministerium hat im Jahr 2015 einen Anstieg um 18,1 Prozent bei Wohnungseinbrüchen verzeichnet: Insgesamt gab es 62.262 Fälle. Damit wurde so häufig eingebrochen wie noch nie zuvor in NRW. Im Schnitt wurde nur in jedem siebten Fall ein Täter überführt. Die Aufklärungsquote lag in NRW im Durchschnitt bei 13,8 Prozent. 

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) machte bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik vor allem international operierende mobile Einbrecherbanden aus Südosteuropa für den dramatischen Anstieg verantwortlich. Daher seien auch die Ermittlungen gegen diese Täter sehr aufwendig. Deshalb solle die Bevölkerung auch selbst wachsamer sein, und sollten darauf achten, "dass sie ihre vier Wände besser schützen".

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Die Polizei will daher ein Einbruchsradar einführen, das bereits in Wuppertal, Solingen, Remscheid, Hamm, Hagen, Bochum und zeitweise in Leverkusen eingesetzt wurde. Auf einer Landkarte werden die Einbruchsorte markiert. Die Opposition kritisierte Jäger, die Kriminalitätsentwicklung sei "eine Bilanz des Scheiterns". Auch die Kriminalbeamten haben die nordrhein-westfälische Landespolitik scharf kritisiert. Der Innenminster sorge bei steigenden Einbruchszahlen für nicht genug Personal. Es fehlen nach ihrer Aussage tausende Kriminalbeamte. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betont zwar, dass die neue Polizeistatistik belege, "dass wir jetzt dringend mehr Personal für die Einsatzbewältigung benötigen". Der NRW-Landesvorsitzende Arnold Plickert betonte aber auch die von der Landesregierung bereits beschlossenen Personalverstärkungen: "Gut, dass diese jetzt endlich kommen."

Die Polizeigewerkschaft der Kriminalbeamten warnt, dass es vielen Kriminalpolizisten an Fachkenntnissen fehlt, um Verbrechen aufzuklären. Daher soll der Studiengang "Kriminalistik" den Nachwuchs an der Ruhr-Universität besser vorbereiten. Einen Studiengang mit kriminalistischem Schwerpunkt habe es seit 20 Jahren an keiner deutschen Universität mehr gegeben, sagt Professor Thomas Feltes, Kriminologe und Polizeiwissenschaftler an der Ruhr-Uni Bochum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

((mit Material von lnw))
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