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Schloß Holte-Stukenbrock
Tödliche Attacke: Elefant lebt jetzt in Safaripark

Elefant "Baby" nach tödlicher Attacke in Safaripark Schloß Holte-Stukenbrock
Der ausgebrochene Elefant "Baby" auf einem Archivfoto. FOTO: dpa, tmk
Düsseldorf. Sie hat am Wochenende einen Menschen getötet, jetzt muss für Elefantenkuh "Baby" eine neue Heimat her. Der Safaripark Stukenbrock will sie in eine kleine Gruppe von Elefanten integrieren. Unklar ist nach wie vor, ob das Tier absichtlich freigelassen wurde.

Der Zirkuselefant, der am Wochenende in Baden-Württemberg einen Menschen getötet hat, wird vom ostwestfälischen Safaripark Stukenbrock aufgenommen. Die 34-jährige Elefantendame sei am Sonntag in Begleitung ihres bisherigen Besitzers in Schloß Holte-Stukenbrock nahe Bielefeld angekommen, sagte eine Sprecherin des Safariparks am Montag. Sie habe die Nacht sehr gut überstanden und bereits Kontakt zu drei weiteren Elefantendamen aufgenommen, die ebenfalls im Safaripark lebten. Man sei sehr zuversichtlich, dass sich die Elefantin in diese Gruppe integrieren werde.

Aus diesem Wanderzirkus war das Tier ausgebrochen. FOTO: dpa, tmk

Der Deutsche Tierschutzbund fordert, dass Wildtiere in Zirkussen grundsätzlich verboten werden und will dazu eine Kampagne starten, um den Druck auf die Politik zu erhöhen. Tierschützer kritisieren zu kleine Gehege, ständige Transporte oder die aus ihrer Sicht von Gewalt und Zwang geprägte Dressur. Elefanten, Großkatzen oder Bären fehle es an Bewegung und sozialen Kontakten.

In eine intakte Herde im Zoo lasse sich ein Elefant wie "Baby" nicht integrieren, sagte der Direktor des Zoologisch-Botanischen Gartens Wilhelma in Stuttgart, Thomas Kölpin. Die Herde würde aggressiv sein.
Aber die Haltung mit einzelnen anderen Kühen sei möglich. Daher sei die Lösung, die derzeit in Stukenbrock im Raum stehe, für die Elefantenkuh ideal.

Auf dieser Wiese ereignete sich der tödliche Zwischenfall. FOTO: dpa, tmk

Das Tier war am Wochenende in Buchen (Neckar-Odenwald-Kreis) aus seinem Gehege entwischt und hatte einen 65-jährigen Spaziergänger getötet. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Von alleine hätte "Baby" nicht aus dem Zirkuszelt freikommen können, sagte ein Polizeisprecher. Es stelle sich daher die Frage, ob er absichtlich freigelassen wurde oder ob er durch Schlampigkeit entkommen konnte.

Der Juniorchef des Zirkus Francordia, Mario Frank, hatte der "Bild"-Zeitung gesagt, die Zeltplane sei nicht defekt gewesen. "Also kann man ausschließen, dass sich der Elefant selbst befreit hat. Er wurde also absichtlich befreit." Schuld seien alleine Tierschützer. Der Polizeisprecher sagte, die Ermittlungen richteten sich gegen Unbekannt. Es sei der Polizei bekannt, dass sich der Zirkus und Tierschützer seit längerer Zeit im Streit befänden.

Der Zirkus gastiert in rund 100 Metern Entfernung vom Fundort der Leiche. Seine Tore bleiben vorerst geschlossen. Die Betreiber entschieden, nach dem Vorfall zunächst keine Vorstellungen mehr zu machen. Fraglich bleibt auch, warum "Baby" in Rage geriet. Die Tierschutzorganisation Peta hatte den Zirkusbetreibern in der Vergangenheit mehrfach nicht artgerechte Haltung vorgeworfen. Das Tier habe in der Vergangenheit schon mehrfach Menschen verletzt.

(lnw)
 
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