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Saisonbeginn in NRW
15 Dinge, die Sie über Erdbeeren wissen sollten

Erdbeeren pflücken in NRW: Hier ist es möglich
Kräftig rot, saftig und schön prall: So soll eine reife Erdbeere bei der Ernte aussehen. FOTO: dpa
Düsseldorf . Am Mittwoch ist in NRW die Erdbeersaison gestartet. Die rote Frucht zählt zu den beliebtesten Obstsorten der Deutschen. Wie viele Erdbeeren die im Jahr essen, warum die Früchte auch Ananas heißen und wie viele Erdbeeren eigentlich in Erdbeerjoghurt stecken, erfahren Sie hier.  Von Jessica Kuschnik
  1. Streng genommen sind Erdbeeren gar keine Früchte, sondern Nüsse. Darum nennt man sie Scheinfrüchte. Die eigentliche Frucht ist nämlich gar nicht das Rote, sondern die gelblichen Nüsschen an der Außenseite. Tiere, die wilde Erdbeeren fressen, scheiden diese Nüsschen wieder aus – und so können diese Samen dann im Waldboden neu keimen. 
  2. Nuss hin oder her: Die Erdbeeren gehören zur Pflanzenfamilie der Rosengewächse.
  3. Erdbeeren haben mehr Vitamin C als Orangen. In der Antike galten sie sogar als Heilmittel: Angeblich sollten sie vor Leber- und Gallenleiden schützen. Im 18. Jahrhundert kam die Frucht außerdem bei Nasenbluten zum Einsatz und bei der Behandlung von Pocken, Masern und der Gelbsucht. Geholfen hat das wohl nicht, gesund ist die Erdbeere trotzdem: Die Früchte enthalten Säuren, die als Krebshemmer gelten. Außerdem beugen sie Thrombosen und Infarkten vor. 
  4. Die Erdbeeren reifen nach der Ernte nicht mehr nach. Damit sie beim Transport keine Dellen bekommen oder matschig werden, werden Export-Erdbeeren trotzdem geerntet, bevor sie reif sind. Das sieht man ihnen nicht an, denn viele Sorten sind schon rot, bevor sie reif sind. Das wirkt sich leider auf den Geschmack aus. Reife Früchte erkennt man daran, dass sie erdbeerig duften und schön glänzen. Am besten ist es daher, sie direkt aus der Region zu beziehen.  
  5. In den meisten Erdbeerjoghurts stecken nur wenige oder gar keine Erdbeeren drin. Sie erhalten ihren Geschmack hauptsächlich aus Aromen. Das hat auch einen guten Grund: Die gesamte Erdbeerernte der Welt würde nicht ausreichen, um den verkauften Erdbeerjoghurt mit echten Früchten herzustellen.
  6. Die heutigen Erdbeersorten sind keine Züchtung der ursprünglichen wilden Walderdbeeren. Sie stammen aus Nordamerika, genauer gesagt von der amerikanischen Scharlach-Erdbeere, die im 18. Jahrhundert in Europa eingeführt wurde.
  7. Jeder Deutsche isst pro Jahr im Durchschnitt 3,5 Kilogramm Erdbeeren – pur, im Eis, als Smoothie oder auch als Marmelade. 
  8. Erdbeeren mögen Sonne, aber keine Hitze. Die Juni-Ernte schmeckt daher meist am besten, denn vorher ist das Wetter ideal. 
  9. Die Frucht wird nicht nur gerne gegessen, Dichter erwähnten sie auch gerne in ihren Werken. Hoffmann von Fallersleben etwa schrieb im 19. Jahrhundert über die Freuden des Erdbeerpflückens, Francois Villon war im 15. Jahrhundert entzückt vom "Erdbeermund" seiner Herzensdame. Noch früher galt die Frucht als Sinnbild für Liebe und Verführung – etwa bei Ovid und Vergil. 
  10. Wer in Bayern Erdbeeren bestellt, der könnte im schlechtesten Fall einen Sack Kartoffeln in die Hand gedrückt bekommen. Die Universität Eichstätt hat einmal die Sprachunterschiede unter die Lupe genommen. Kartoffeln heißen in einigen bayerischen Regionen Eadbean. Als Ananas werden Erdbeeren dort bezeichnet, um sie von den Walderdbeeren unterscheiden zu können. 
  11. Erdbeeren müssen nicht rot sein, es gibt auch die weiße Albino-Erdbeere. Die schmeckt nach Ananas. Es gibt auch eine Himbeer-Erdbeere. Die schmeckt – welche Überraschung – nach Himbeere. 
  12. Es gibt etwa 20 Arten und mittlerweile weltweit mehr als 1000 verschiedene Sorten – und jedes Jahr kommen neue dazu. Klar, dass man auch bei den Namen kreativ sein muss. Sie heißen etwa die "Schöne von Chile" oder "Mieze Schindler".
  13. Angst vor Erdbeeren? Die gab es tatsächlich, zumindest bei den alten Germanen. Sie glaubten, dass das Pflücken von Waldbeeren ziemlich gefährlich sei, weil sie die Geister bestehlen. Fiel eine Erdbeeren beim Pflücken auf den Boden, durfte sie nicht aufgehoben werden. Die gehörte dann nämlich definitiv den Geistern der Vorfahren – aund die wollte man auf keinen Fall verärgern. 
  14. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden in Deutschland 2015 mehr als 172.500 Tonnen Erdbeeren geerntet – das sind rund 12.000 Tonnen weniger als im Jahr 2008. 
  15. Mehr als 500 Landwirte in NRW bauen die roten Beeren an, berichtet die Landwirtschaftskammer. Mit 2800 Hektar hat die Erdbeere in NRW den größten Flächenanteil unter den Obstsorten. Rund 30 verschiedene Sorten werden dort angebaut.

In NRW kann man übrigens auch selbst Erdbeeren pflücken. Ab Mitte Juni ist das auf rund 400 Feldern möglich, einige haben jetzt schon geöffnet. Einfach mal auf den Höfen in Ihrer Nähe nachfragen!

Anmerkung der Redaktion: Unsere Karte mit Höfen, auf denen man Erdbeeren pflücken kann, war leider fehlerhaft. Daher haben wir diese entfernt. Wir bitten dies zu entschuldigen. Auf Anfrage geben die Höfe in der Region gerne Auskunft, ob man bei ihnen Erdbeeren pflücken kann. 

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